Saturday, 4 of September of 2010

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München oder Helsinki: Ein Marathonvergleich

Mit schlechtem Gewissen bin ich gestern in Block A gegangen. Block A war für Leute mit Zielzeit unter 3:45, Block B für den Rest. Meine Bestzeit war 3:52:20 und die Zielzeit, die ich bei der Webseite von München Marathon angegeben hatte war 3:55. Dank perfekter Wetterbedingungen, wenigem Trinken und einer entspannten Laufeinstellung habe ich aber mein “Versprechen” an alle Mitläufer eingelöst und bin mit 3:43:42 ins Ziel gelaufen.

Thema dieses Blogeintrags ist jedoch der Vergleich zwischen meinen beiden letzten Marathonläufen: Helsinki 15.8.2009 und München 12.10.2009. Welche Stadt macht mehr Spaß? Welcher Marathonlauf ist besser organisiert? Wie unterscheidet sich das Ambiente?

Die objektiven Fakten zuerst.

1. Tradition: Die Marathonläufe sind in etwa gleich alt, Helsinki etwas älter. Dieses Jahr war der 29. Helsinki City Marathon, und der 24. München Marathon. Damit feiern beide 2010 runde Zahlen.

2. Größe: Die Marathonläufe sind in etwa gleich groß, München etwas größer.  Die jeweiligen Pressemitteilungen sprechen von 6472 Startern (München) bzw. 6041 Startern (Helsinki).

3. Spitze: Helsinki hat zumindest dieses Jahr den deutlich schnelleren Sieger, mit 2:22:32 über fünf Minuten schneller als München (2:28:11). Weder München noch Helsinki hatten heuer einen größeren Ansturm von Kenianern.

4. Ausländer: München hat die Nase vorn mit Teilnehmern aus 61 Ländern, Helsinki aus 46.

5. Finisher: Bei beiden Läufen lag der Anteil Angekommene bei gut 80%. In München kamen 5397 von 6472 Angemeldeten an (83,4%), proportional etwas mehr als in Helsinki (4939 von 6041 Angemeldeten ergibt 81,8%).

6. Geschwindigkeit: Die Läufer in München sind eindeutig viel ambitionierter oder zumindest schneller als die in Helsinki. In München war ich der 1956:e (der 1811. Mann, aber 145 Frauen waren schneller als ich). Dies bedeutet, dass 36 % schneller waren als ich. Mit einer 8 Minuten langsameren Zeit hatte ich in Helsinki aber nur noch 25 % vor mir (Platz 1228 von 4939 im Ziel).

Kommen wir dann zu den etwas subjektiver empfundenen Fakten.

7. Start: München ist in zwei Blöcke eingeteilt, A für Schnellere und B für Langsamere. Es scheint jedoch als ob die Selbsteinschätzung in München wesentlich mehr Wunschdenken beinhalten würde. In Helsinki bin ich hinter den 3:45-Pacemakers (in Finnland nennen wir sie Hasen) gestartet, war aber nach nur noch 35 Sekunden Wartezeit über die Startlinie. In München war ich (wie gesagt, mit schlechtem Gewissen) bei den 3:30-Hasen und erst nach 1 Minute 31 Sekunden über die Startlinie. Zu einem erheblichen Teil liegt dies natürlich an Punkt 6 oben, also die schnelleren Läufer in München.

8. Wetter: War perfekt in beiden Städten. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. In Helsinki zum Glück bewölkt (weil es ansonsten im August viel zu heiß geworden wäre), in München zum Glück sonnig (weil es ansonsten im Oktober viel zu kalt geworden wäre).

9. Olympia: Helsinki 1952, München 1972. Damit besteht in beiden Städten die Möglichkeit, das Ziel in ein Olympiastadion zu verlegen. Dies sollte nicht unterschätzt werden. Das Gefühl ist schon toll! Den Unterschied habe ich heuer deutlich in Helsinki gespürt, wo das Olympiastadion wegen Wartungsarbeiten geschlossen war.

10. Route: Beide sind toll. Bei beiden Städten sieht man die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt; obwohl ich patriotisch bin, gebe ich zu, dass München da der Sieger ist. In beiden Städten läuft man durch die Natur; da ich Wasser sehr schätze, gewinnt Helsinki hier (trotz des Englischen Gartens) deutlich. In Helsinki sieht man die Spitzenläufer später bzw. besser, was toll ist. In München ist die Strecke flacher — etwa gegen km. 38 geht es in Helsinki ordentlich Berg auf (Tilkka), was vielen (einschließlich mir selbst) zum Gehen animiert.

11. Musik: München ist der eindeutige Sieger. Viel mehr Musi, dadurch auch mehr Stimmung. Dem Anlauf durch das große Marathontor im Olympiastadion kann man gefühlsmäßig kaum überbieten.

12. Anfahrt: Helsinki war zumindest für mich deutlich bequemer. MVV in aller Ehren, aber die Entfernung zu öffentlichen Verkehrsmitteln fühlt sich in München vor allem am Ende sehr groß an. Da sind die Abstände in Helsinki wesentlich überschaubarer.

13. Verpflegung: Beides eindwandfrei. München wird aber nichtdestotrotz der eindeutige Sieger, weil Weihenstephaner Hefeweizen. Man stelle sich das als Finne vor: Zwischen km 37 und 38 wird Weißbier angeboten! Zwar alkoholfrei, aber immerhin. Mein Bauch ist bei Marathonläufen äußerst empfindlich und ich habe im Voraus lange gezögert. Hat aber ausgezeichnet geschmeckt, ohne einen Aufruhr im Bauch mit sich zu führen.

14. Chiprückgabe: Helsinki ist der eindeutige Sieger. Die Chips gibt man sofort zurück, nach dem Zielgang. In München muss man dahingegen gefühlte fünf Kilometer auf müden Beinen zurücklegen, um irgendwo weit, weit weg seinen Chip abzugeben. Dies war für mich der einzige große Minuspunkt von München.

15. Duschen, Baden, Sauna: Helsinki ist der Sieger. Beide bieten Duschen in einem olympischen Schwimmbad an. Bedingt durch die kulturellen Unterschiede beinhaltet dies aber in Finnland automatisch einen Saunagang. Und was für eine Stimmung in der Sauna! Zufriedene Gesichter, Vergleich von Zeiten, Ermunterung. Freude pur in bis zum letzten Zentimeter gefüllten Saunen. Ich habe (zum Aufpreis von 12,80 €) auch in München die Sauna besucht. Eine Ort der Stille. Eine Mehrheit von Nicht-Marathonläufern. Zur Regeneration perfekt, aber nicht unbedingt als Teil des Marathonerlebnisses.

16. Geschenke: München ist der Sieger. Direkt nach dem Ziellauf nicht nur (wie in Helsinki) eine Medaille, sondern auch eine Gravur mit der Zeit. Nicht schlecht. Das Weihenstephaner Bier war aber als Sondermerkmal unübertreffbar.

17. Zum Schluss: Die Zeit. Wenn ich mich nur auf das Ergebnis konzentrieren würde, wäre der Sieger München, mit 8 Minuten 20 Sekunden. Ich habe nicht mehr trainiert und die äußeren Bedingungen waren auch gleich. Ich glaube, der Trick hieß weniger trinken. In München war es mir im Ziel auch nicht übel, sondern ich habe mich nur noch über das Erlebnis gefreut.

Mir, als bekennender Runnist, geht es jedoch nicht um die Zeit. Es geht um den Laufspaß. Der war aber in Helsinki und in München genauso groß. Beide Marathonläufe sind eine Reise wert!

Links:


Ein großes Dankeschön an die anwachsende Runnisten-Gemeinschaft!

Zur #Twittwoch-Veranstaltung 22.7.2009 bin ich gegangen, weil ich davor schon bei einem gemütlichen #Twittagessen war und in einer kleinen Runde über meine bescheidenen Weltreligionspläne reden konnte. Ich dachte, der größte Unterschied zwischen einem #Twittwoch und einem #Twittagessen sei die Möglichkeit, einen Vortrag zu halten bzw. Folien zu zeigen. Stimmt bedingt. Beim #Twittwoch gab es auch fünfmal so viele Leute; darüber hinaus wurde der Vortrag gefilmt.

Deshalb musste ich schnell mein Vorhaben, insgeheim wenigen Leuten meine Pläne zu zeigen, erweitern. Ich wollte einen kleinen Kreis um Ratschläge bitten — statt dessen habe ich unverhofft von einem großen Kreis spontane Gezwitscher-Hilfe bekommen!

  • Erstmal: Schönen Dank an Mirko Lange (@talkabout) und Thomas Pfeiffer (@codeispoetry) dafür, dass ich den Vortrag halten durfte und dass Ihr darüber gezwitschert bzw. positiv geredet habt.
  • Zweitens: Schönen Dank an Cirquent (@cirquent) / Meike Leopold (@leopom) für den ersten Blogeintrag über den Runnismus (für einen Auszug daraus, siehe unten)
  • Drittens: Schönen Dank an Jens Mutschke (@Clipflakes) für das Filmen, ins Web stellen und Zusammenknüpfen mit fünf anderen Runnismus-Filmen bei Clipflakes.tv
  • Viertens: Schönen Dank an Tobias Schlosser (@tornedo) für die Anmeldung zum Achenseelauf mit ‘Die Runnisten’ als Verein
  • Fünftens: Schönen Dank an das #Twittwoch-Publikum, u.a. an @ApfelMuse, @ProduktLeidwolf, Raimund Verspohl (@verspohlgrafix), Bastian Stein (@GreenAcid), Dirk Cloos (@dcloos), Julia Richter (@Julia_MUC), Hartmut Ulrich (@8mt), Raoul Fischer (@raoul64), Anya Rutsche (@Angel_ita), @cfaltin, Jens Arne Männig (@maennig), Zehra Achtoanafuchzg (@Zehra851), Roland Riethmüller (@roliri), Stefan Oßwald (@denQuer), Florian Bergmann (@flobby), Alexander Greisle (@agreisle), @Mellcolm für das ermutigende Gezwitscher
  • Sechstens: Schönen Dank an Klaus Eck (@klauseck), Susanne Westphal (@SueWestCom), Nils Hitze (@kojote), Ricarda Hollweg (@TheDesertrose) und Stephan Goldmann (@TriathlonTipps) für die ersten Empfehlungs-Tweets von Nicht-Anwesenden beim Ankündigungsvortrag
  • Siebtens (der Runnismus hat bekanntlich genau sieben Beine): Schönen Dank an alle Follower (z.Zt. 43 — in <72 Std.) und alle andere, die beigetragen haben (und zwar besonders Periklis Tsirakidis, der mir die Begriffe von Αθλημα / Athima / Sport und Παίδεια / Pedia / Bildung auf Neu- und Altgriechisch erklärt hat)!

Und, was passiert demnächst mit dem Runnismus? Für August plane ich, mehr Inhalt zu schreiben, eine Runnismus-Webseite auf die Beine zu stellen, bzw. einen ersten Runnismus-Film zu drehen. Mal schauen!

Auszug aus dem Cirquent-Blog: Neues vom Twittwoch in München (das Hervorheben mit Fettdruck stammt von mir)

Ein paar Anmerkungen nach dem gestrigen Twittwoch in der Niederlassung in München müssen einfach sein, auch wenn bei mir noch so einiges andere auf dem Schreibtisch liegt. Wann kommt es schließlich schon mal vor, dass man live dabei sein darf bei der Verkündung einer neuen Weltreligion? Und das einen Tag vor dem B2Run in München! Von den Vorteilen seines Runnismus überzeugte Kaj Arnö von Sun so einige der anwesenden Twitterer - definitiv ist es eine gute-Laune-Religion! Der Finne hatte schon beim jüngsten Münchner Stadtlauf als Embedded Reporter von sich reden gemacht. Mehr zum Runnismus gibt es sicher bald im Netz, denn Arnö plant eine groß angelegte und überaus durchdachte Social Web Kampagne dazu ;-).

Einiges an Gezwitscher, worüber ich mich besonders gefreut habe (wiederum: der Fettdruck kommt von mir):

  • ProduktLeidwolf: Wer dem #b2run gehuldigt hat, sollte dem von @kajarno verkündeten @runnismus folgen! #followfriday
  • klauseck: laufen ist eine religion = folgt deshalb @Runnismus #guru #reputation
  • verspohlgrafix: @Zehra851: oha, runnismo verbreitet sich #Weltreligion . Hi ! Ja. Ich finde den Typen und seine Religion KLASSE ! :-) Grüße aus HH, Raimund
  • GreenAcid: Ich muss den @stgoldmann dringend in die Geheimnisse des #runnismus einweihen…. Hat jemand ein Video vom #twittwoch?
  • GreenAcid: Vortrag zur Religion des Laufens auf dem #twittwoch90. Sehr geil! http://post.ly/1TUw
  • SueWestCom: [..] Alle Bewegungsfreudigen bitte auch @Runnismus folgen. #ff
  • Angel_ita: @Clipflakes haha… ich glaub der Vortrag gestern hat jeden zum Fan gemacht. :-) #runnismus
  • verspohlgrafix: @kajarno: #runnismus bzw #runnism zu reden ::: Danke ::: Du warst klasse!!!
  • Clipflakes: bin jetzt Runnist und wünsche allen eine gute Nacht! @runnismus
  • 8mt: Der #runnismus von @kajarno macht Dich zum Evangelisten - und jünger. Ich bin jetzt auch ein Mitläufer.
  • denQuer: [..] #runnism war trotzdem sehr unterhaltsam ;)
  • Cirquent: Trete nach dem #twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei (#me2tweet via @cfaltin @ProduktLeidwolf)
  • verspohlgrafix: @kajarno mit super beitrag @ #twittwoch #münchen ::: @niederlassung ::: #runnismus oder #runismus ? ::: #follow empfehlung
  • ProduktLeidwolf: Trete nach dem #twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei (#me2tweet via @cfaltin)
  • kojote: what the Fuck ist #runnism Hätte zum #twittwoch gehen sollen
  • raoul64: RT @cfaltin: Trete nach dem gestrigen Twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei. Ich bin dabei :-)
  • cfaltin: Trete nach dem gestrigen Twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei
  • Zehra851: [..] und der runnismus-vortrag war ja wohl großes kino
  • maennig: Knallerpräsentation von Kaj Arnö auf dem #twittwoch München, der gerade die Weltreligion des Runnismus gründet. http://www.runnism.com
  • Zehra851: über runnismus - die neue weltreligion. vortrag hört sich an wie ein poetryslam. was fürn spaß beim twittwoch. @deef, sind wir jetzt nerds?
  • Leopom: Es wird gerade eine nEue weltreligion #runnismus gegruendet beim #twittwoch #muenchen @your_humble_runner
  • roliri: ‘Mach kein Buch, mach erstmal Social Media.’ Schlaue Ratschläge auf dem #Twittwoch #Muc an Religionsgründer von runnismus.de #cool ;-)
  • flobby: sehr sympatisch… die 7 beine des #runnism spread the word :)
  • agreisle: neuer trend: laufen beim twittern #runnism #twittwoch
  • Mellcolm: @richard_anjou Wenn es #Runnism auch für Nichtsportler gibt, konvertiere ich stante pede. #Twittwoch
  • TheDesertrose: @agreisle Wenn ich laufe (jogge) und dabei twittere, betreibe ich dann #runnism ?

Also: Ein ganz großes Dankeschön an alle Runnismus-Befürworter!


Weltreligion? Wieso unbedingt Weltreligion? Und 20 Sprachen?

In einem Blogeintrag habe ich erklärt, wieso ich Laufen für eine Religion halte und wieso ich diese Religion mit sozialen Medien verbreiten möchte. Aber wieso denn unbedingt in die ganze Welt? Reicht es nicht vor meiner Haustür, entweder zu Hause in München oder in meinem Heimatland Finnland?

Der Grund hat mit meinem Interesse für andere Länder, Kulturen und Sprachen zu tun. Durch meine Arbeit habe ich besonders im Vorjahr viel gereist, als Botschafter für das Produkt meines ehemaligen Arbeitgebers. Als ich diese Aufgabe bekam, hatte ich mich dazu entschieden, während meinen Reisen die fünf ersten Minuten meiner Vorträge in (einer) der Landessprache(n) zu halten. Dies habe ich auch getan. Es fing mit Italienisch an; von allen Sprachen, die ich nicht spreche, spreche ich Italienisch am allerbesten. Danach kam Japanisch (schwedische Laute, finnische Staccato). Nachdem ich mich vor einem Publikum auf Chinesisch einigermaßen verständlich machen konnte, habe ich den Respekt vor der Schwierigkeit anderer Sprachen verloren; seitdem habe ich Russisch, Türkisch, Spanisch, Portugiesisch, Tschechisch, Estnisch, Lettisch und Litauisch zur Liste hinzugefügt. Den Respekt vor dem Wert anderer Sprachen ist dahingegen bei mir gewaltig gewachsen. Die Welt wird nicht dadurch besser, dass alle sich nur auf Englisch unterhalten.

Dass zusätzliche Sprachen auch Kosten mit sich bringen, ist klar. Ich kann also nicht alles auf allen Sprachen zur Verfügung stellen. Also werde ich hauptsächlich die Sprachen benutzen, die ich am besten kann bzw. in denen ich die meisten Kontakte habe. Da kommt an erster Stelle Schwedisch, meine Muttersprache und mein Verbindungsgelenk zur Familie, Freunden und Bekannten in Finnland (und Schweden). An zweiter Stelle kommt Deutsch, da ich seit drei Jahren in München lebe und eine deutsche Frau geheiratet habe (dies allerdings schon vor 17 Jahren). An dritter Stelle kommt Englisch, als Lingua franca für alle Freunde und Bekannte die weder Schwedisch noch Deutsch verstehen.

Aus Spaß an der Freude habe ich mir dann noch überlegt, wie der Runnismus in anderen Sprachen heißen soll. Hier habe ich mich auf die Sprachen Europas konzentriert, mit Chinesisch (蘭主义) und Japanisch (ラニズム) als fernöstliche Gewürze dazu. Ich kam auf eine Liste von zwanzig Sprachen, wo es zu einem oder anderen Tweet kommen kann. In der Übersetzung des Runnismus habe ich die Analogie zum Buddhismus gewählt. Beispielsweise heißt Runnismus auf Finnisch Runnilaisuus (weil Buddhalaisuus), auf Kroatisch Runizam (Budizam), auf Russisch Руннизм (Буддизм), auf Italienisch Runnismo (Buddhismo) und auf Litauisch Runizmas (Budizmas).

Also: Weltreligion, weil das Laufen allen gut tut und weil Laufen uns als Menschen über Landesgrenzen und Sprachen hinaus verbindet. Und zwanzig Sprachen, weil ich es als ein Zeichen von Respekt empfinde, die Sprache des Gegenübers zu benutzen.


Die Sieben Beine des Runnismus

Der Islam baut auf fünf Säulen. Im Buddhismus gibt es Vier Edle Wahrheiten und den Achtfachen Pfad. Im Judentum und Christentum wird das erwünschte Verhalten in den Zehn Geboten vorgeschrieben.

Der Runnismus hat Beine, und zwar sieben.

Die Sieben Beine des Runnismus bilden das Glaubensbekenntnis der Religion des Laufens.

Ein wahrer Runnist

  1. genießt das Leben in vollen Zügen
  2. schätzt langfristige Gesundheit
  3. sieht ein, dass Wohlbefinden Opfer verlangt
  4. kämpft nur gegen sein früheres Selbst
  5. verbessert sich allmählich, nicht ruckartig
  6. mag manchmal Schmerzen fühlen, leidet aber selten
  7. sieht das Laufen als Gabe, nicht als Pflicht

Der Runnismus betet das körperliche Wohlbefinden an.


Runnismus, die Religion des Laufens — wieso?

Vergangener Mittwoch war kein normaler Mittwoch. Es war ein Twittwoch. Und an diesem Twittwoch habe ich meine Pläne erstmals öffentlich angekündigt, eine neue Weltreligion zu gründen.

Dieses bescheidene Vorhaben muss ich etwas erklären, bevor ich als Verrückter empfunden werde. Kann aber sein, dass es trotzdem passiert.

Erstens: Ich laufe gern. Und beim Laufen habe ich Zeit nachzudenken. Laufen gibt seelische Ruhe; beim Laufen erscheinen mir oft einfache Antworten zu schwierigen Fragen; aus der Gemeinschaft der Läufer habe ich viel gelernt. Ich denke, Laufen hat viele Ähnlichkeiten mit einer Religion.

Zweitens: Ich teile gerne die Freuden des Laufens mit anderen. Viele empfinden das Laufen als langweilig, als aufwendig, als eine Bürde. Bevor ich zum Läufer wurde, ging es mir genauso. Muss aber nicht sein! Jetzt ist Laufen für mich Abwechslung, eine Quelle zur Kraft, zur Freiheit. Laufen ist eine Gabe.

Drittens: Ich glaube, die sozialen Medien ermöglichen die Verbreitung derartiger Gedanken. Durch meine Arbeit bin ich mit modernen Netzwerkzeugen konfrontiert und bekannt worden; die Menschenkontakte, die dadurch entstehen, sind unschlagbar in sowohl Quantität als Qualität.

Also habe ich mich dazu entschieden, die obigen Gedanken zu kombinieren. Nähere Erklärungen zu meinem Vorhaben habe ich vergangenen Mittwoch bei der #Twittwoch-Veranstaltung bei der Niederlassung in München gegeben, was auch gefilmt worden ist.

Mal sehen, was dabei rauskommt.