Wednesday, 8 of September of 2010

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Kilimandscharo: Checkliste für Ausrüstung und Bekleidung

Der DAV Summit Club erstellt ja freundlicherweise eine “Checkliste für Ausrüstung und Bekleidung” für Tansania / Kilimandscharo. Meine Liste trug die Extra-Überschrift TAKIB, TANAT, TAMAC, obwohl wir eigentlich TARON (Rongai) gemacht haben.

Hier verzeichne ich die notwendigen (ohne Vermerk) und sinnvollen (gekennzeichnet mit “(s)”) Punkte aus der Checkliste.

  1. Trekkingtasche, 90 l. Für mich eine rote Tatonka 75 l, für Alexander eine grüne. War sehr gut. Eigens für diese Reise bei Sport-Schuster gekauft.
  2. Rucksack, 40 l. Für mich Deuter Act-Lite 40+10, für Alexander Halti Multisport 900 aus Finnland. Beides sehr gut. Diese haben wir selbst getragen.
  3. Teleskopstöcke. Ich hatte welche, und für Alexander haben wir neue von Leki gekauft. Mit Korkenhandgriff, da es in Afrika warm ist. Problemlos, sogar der Transport, obwohl die Stöcker ja spitz sind.
  4. Kleine Reisetasche zur Gepäckdeponie im Hotel (s). Ja, hatten wir. Eine Nokia-Werbetasche, klein aber groß genug. Auch den Laptop habe ich im Safe von Ameg Lodge gelassen. 
  5. Schlafsack, ca. 1000 g Daune, Komfortbereich -10 Grad. Für Alexander haben wir einen mit 1000 g Daune gekauft, für mich mit 750 g. Meiner war etwas kalt, ehe ich genug Kleidung getragen hatte. Glacier 1000 bzw. Glacier 750 von Mountain Equipment aus England.
  6. Therm-a-rest-Matte. Hatten wir eigens gekauft, bei Sport-Schuster, zwei Stück. Waren gut und warm. Jetzt nehmen die jedoch viel Platz weg, da man sie (wie die Schlafsäcke) auf Dauer nicht zusammengerollt aufbewahren soll.
  7. Stabile Trekkingstiefel mit Stollenprofil und Absatz. Wir haben keine neuen Schuhe gekauft, sondern unsere “bedingt steigeisenfeste Bergschuhe” von der Mt Blanc-Reise benutzt. War auch gut so, bis auf das ich sehr spät entdeckt hatte, dass die rechte Sohle fehlte. Am letzten Tag bekam ich eine Riesenblase an der rechten Verse, die über eine Woche blieb, ehe sie platzte.
  8. Turnschuhe für An-/Abreise und Lageraufenthalte (s). Ja, war praktisch. Auf der Hinreise trugen wir jedoch unsere Stiefel, aus Angst dass das Gepäck nicht ankommen würde. 
  9. Allgemeine Bekleidung für An- und Abreise. Ich hätte ruhig für die Rückreise ein zusätzliches sauberes T-Shirt haben sollen.
  10. Unterwäsche, davon 1 Garnitur lang, empfehlenswert Funktionswäsche. Im Verhältnis zu Mt Blanc habe ich mehr Strümpfe benutzt. Der lange Garnitur war nur am Gipfeltag vonnöten, sowie während der Zeltübernachtungen ab 3800 m.
  11. Trekkinghose, lang. Ich hatte eine Cabriolet-Berghose, also mit entfernbaren Beinen. Alexander trug manchmal Shorts.
  12. T-Shirts/Hemden. Ja, Funktionswäsche.
  13. Pullover/Jacke. Selten benutzt. Eine rote Mammut-Windstopperjacke.
  14. Anorak mit Membranenverarbeitung oder Anorak + Überanorak. Habe wasserfesten Überanorak von Mammut benutzt, genau wie am Gipfel vom Mt Blanc. Alexander hatte auch die gleiche Pullover/Anorak-Kombination wie beim Mt Blanc. Gut so.
  15. Überhose. Nur in der Nacht und am Gipfeltag getragen. Eine Mammut-Skihose. Für den Gipfeltag habe ich noch eine zusätzliche Überhose dabei gehabt, aber nicht getragen.
  16. Socken/Kniestrümpfe. Schon bei Unterwäsche kommentiert.
  17. Warme Mütze. Nur am Gipfeltag. Kommandohaube.
  18. Fäustel. Ich ja, Alexander Fingerhandschuhe. 
  19. Überhandschuhe. Ich nicht, Alexander ja.
  20. Neckgator (Halstuch). Nein, weiß nicht mal was ein Neckgator ist.
  21. Regenschutz. Ja, von Rukka aus Finnland. Sehr praktisch und oft getragen, da es fast jeden Tag geregnet hat, und das Wetter unvorhersehbar war. Die Regenkleidung (Jacke, Hose) hat auch gegen den Wind geschützt. Die Rukka-Regenhose habe ich sogar am Gipfeltag getragen.
  22. Gamaschen (s). Ich ja, Alexander nein. Am Gipfeltag getragen. Meine Füße haben nie gefroren.
  23. Fingerhandschuhe aus Fleece mit Windstopper-Membranen (s). Fingerhandschuhe hatte ich auch, und ich hätte sie öfter tragen sollen, denn sie haben sowohl vor der Sonne als auch vor dem Wind geschützt.
  24. Sonnen-/Lippenschutz. Ja, Faktor 50. Am letzten Tag vergessen; Hände verbrannt.
  25. Sonnenhut. Ja, Cappy.
  26. Badezeug (s). Hatten wir. Nur ich habe jedoch bei Ameg Lodge gebadet.
  27. Sonnenbrille 100% UV-Schutz. Ich hatte dazu noch eine Gletscherbrille, war aber unnötig. 
  28. Ersatzbrille/-linsen für Brillenträger (s). Naja, meine Sonnenbrille hat Stärken.
  29. Trinkflasche aus Alu, innen beschichtet. Ja, aber genauso oft haben wir aus den angebotenen Plastikflaschen getrunken. Habe ich beschriftet.
  30. Thermos-Isolier-Flasche aus Edelstahl (s), beides zusammen mindestens 2 Liter. Ja. War sehr gut am Gipfeltag, ansonsten unnötig (und wurde deshalb von den Trägern getragen). Auch beschriftet.
  31. Toilettenartikel. Ja, Zahnbürste und Zahncreme wurden verwendet. Feuchte Tücher nicht, denn wir hatten warmes Wasser bekommen, was viel besser war.
  32. 1 Handtuch. Ja, aber 1 Handtuch für 2 Männer wäre ausreichend gewesen.
  33. Etwas Toilettenpapier. War unnötig, denn das haben die Träger gestellt.
  34. Öl-Feuchttücher. Wie gesagt, unnötig.
  35. Stirnlampe. Ja, Petzl. Ich blau, Alexander gelb.
  36. Taschenmesser. Hatten wir, jedoch nie benutzt, und unpraktisch beim Fliegen (das Messer blieb beinahe in dem Tagesrucksack, der ja für die Rückreise zum Handgepäck mutierte).
  37. Nähzeug. Nein. Nicht dabei, nicht nötig.
  38. Ihren “DreckSack“. Habe ich nie bekommen.
  39. Ersatzbatterien (s). Nö. Hätte aber eine extra Batterie für die Videokamera haben sollen. Laden konnte ich ja nur im Ameg Lodge.
  40. Höhenmesser (s). Jain. Ich hatte einen Garmin Forerunner, den ich am Gipfeltag trug. War aber recht unnötig.
  41. Schreibzeug (s). Ja, wichtig! Habe viele Gedanken am letzten Wandertag niedereschrieben.
  42. Tagebuch (s). Nö, habe nur auf A4-Seiten was geschrieben.
  43. Bergsteigeraphoteke. Ja. Malarone teilweise gegessen. Zwei Ibuprofen-Tabletten pro Kopf. 
  44. Elektrolytgetränke (s). Nö, weder dabei noch notwendig.
  45. Zusatzverpflegung (s). Dabei, aber nicht gegessen.
  46. Reisepass mit Visum. Ja. Das Visum bekamen wir (als finnische Staatsbürger, genauso wie deutsche) am Flughafen Arusha. Die Pässe haben wir dann zusammen mit dem Laptop im Ameg Lodge gelassen.
  47. Bargeld, Schecks. Bargeld ja, 300 USD und 200 EUR.
  48. Foto/Video (s). Ja, viel. Habe ich extra dokumentiert.
  49. Literatur/Karten (s). Literatur ja, aber wenig gelesen (eher miteinander diskutiert). Karten nein.
  50. Kreditkarten (s). Nein.
  51. Fernglas (s). Nein.
  52. Kopien der Pässe bei Verlust (s). Habe ich vergessen, glücklicherweise jedoch auch nicht gebraucht.

Mann, scheint das viel gewesen zu sein! Aber das Gewicht war nur in etwa 15 kg pro Person für die 75 l-Tasche und die Tagesrucksäcke waren auch nicht besonders schwer.


Kilimandscharo: Erfahrungen mit Foto und Film

Nach 345 Bildern und leider nur etwa 20 Minuten HD-Video (verteilt auf 49 Szenen) ziehe ich Bilanz über meine fotografischen und filmischen Erfahrungen von unserer Kilimandscharobesteigung.

Erstmal das Gute:

  1. Anzahl der Bilder: Ja, es wird eine Weile dauern, bevor ich die besten 34 unter den 345 Bildern ausgesucht habe. Aber ich wurde kaum fotografisch begrenzt, weder von Akkumangel, Speichermangel, Feuchtigkeit oder sonst wie. Man bedenke dazu, dass es während der Woche keine Lademöglichkeiten für die Akkus gab.
  2. Technische Qualität der Bilder: Ich hatte meine Canon 20D mit, auch am Gipfeltag. Dies hat mir Panoramafotos mit 8 mm ermöglicht, was gerade bei Landschaften und Innenaufnahmen in Zelten zugute kommt. Am letzten Tag von Horombo bis Marangu gab es viele Fotogelegenheiten, die mein normales Objektiv (18-125 mm) glänzen ließen.
  3. Künstlerische Qualität der Bilder: Ich bin mit der Anzahl guter Bilder sehr zufrieden. Ob die Bilder nun objektiv gut sind, ist mir eher weniger wichtig. Aber ich habe einige sehr schöne Aufnahmen, vom Gipfel, von den Trägern, von meinem Sohn und von der Landschaft. 
  4. Deckungsgrad Realität / Bilder: Es fehlen mir nur wenige Bilder. Der Gipfeltag ist einigermaßen abgedeckt, obwohl die Kälte und die Anstrengung bei den meisten Bergsteigern die Anzahl Bilder dann normalerweise sehr einschränkt. Kalt und anstrengend war es für mich auch, aber ich hatte eine extra kleine Kamera dabei (Olympus SW770), mit der ich die Schnappschüsse gemacht habe, durch die ich einige Strapatzen jetzt nicht nur mit Worten sondern auch visuell erklären kann. 

Was die Fotos betrifft bereue ich wenig. 

  1. Akkuversagen: Ich habe zwei Akkus geladen, und der zweite Akku war vor dem Gipfel voll geladen. Nach dem Gipfel auch. Aber am Gipfel war er leer. Gut, bei minus werweißwieviel Grad ist es vielleicht nachvollziehbar. Und ich habe etwa zehn Gipfelfotos bekommen. Aber ich hätte trotzdem einen dritten Akku kaufen, laden und mitnehmen sollen.
  2. Feuchtigkeit: Das nicht benutzte Objektiv hatte ich an einem regnerischen Tag nicht so gut verstaut. Das Trocknen am folgenden Morgen hätte ich vermieden, wenn ich Nasses und Trockenes im Rucksack besser getrennt hätte.
  3. Regenfotos: Ich habe keine Fotos vom Regen. Dabei ist meine Olympus SW770 wasserdicht bis 10 m Tiefe. Es wäre ein leichtes gewesen, die Olympus auch an dem Tag in Greifnähe zu haben.

Was das Filmen betrifft bereue ich mehr.

  1. Anfängerschwierigkeiten: Die Videokamera (Canon HF100 mit 16 GB Speicher) habe ich eigens kurz vor dieser Reise gekauft. Das Umgehen mit der Kamera habe ich daher erst während der Reise oder auch überhaupt noch nicht gelernt. Einige Handgriffe erfordern natürlich mehr als nur noch einen Knopfdruck und einige Filmmöglichkeiten sind mir dadurch entgangen.
  2. Akkumangel: Beim Kauf über Internet habe ich vergessen, einen Zweitakku zu kaufen. Blöd. Gerade den Canon BP-809 (7,4 V 890 mAh) habe ich am Frankfurter Flughafen genauso verzweifelt wie vergebens gesucht. Das führte zu einem übergroßen Akkuspareifer, folglich wurde zu wenig gefilmt.
  3. Keine Videotragetasche: Einer der Verkäufer in einem Fotoladen am Frankfurter Flughafen hat mir empfohlen, den Akku von der Videokamera zu trennen. Ansonsten könnte die Filmkamera versehentlich angehen und der Akku leer werden. Da just in dem Moment die Kamera versehentlich an war, habe ich sein Rat verfolgt. Aber am Gipfeltag, an einem sehr müden Moment, habe ich den Akku in die Innentasche der Jacke meines Sohnes getan, um danach die Lage der Akku prompt zu vergessen und erst im Hotel wiederzufinden. Hätte ich bloß eine Tasche für die Videokamera gehabt, wo ich den Akku von der Kamera nicht räumlich hätte trennen müssen! Die Kamera wäre auch besser von einer Tragetasche als von einem T-Shirt meines Sohnes im Rucksack geschützt gewesen. Die Folge: Jetzt sitzen wir hier im Hotel, mit 64 ungenutzten Akkuminuten, anstatt eine von meinem Sohn dokumentierte Wanderung von Horombo nach Marangu. Da habe ich fast die Hälfte meiner Fotos gemacht. Schade!


Meine Ratschläge für Kilimandscharofotografen summieren sich auf folgendes:

  1. Nimm die Spiegelreflexkamera mit! Es gibt fantastische Fotomöglichkeiten. Es gibt auch Träger, und von daher kann man das extra Gewicht von der Kamera gut selbst tragen.
  2. Nimm ein Weitwinkelobjektiv mit! Bei mir war es 8 mm, was sowohl Landschaft als auch Zeltleben lebendiger gemacht haben.
  3. Trage eine kleine, wetterfeste Kamera immer parat! Vielleicht entstehen dadurch keine fotografischen Meisterwerke, aber zumindest ich fotografiere teilweise auch einfach um Erinnerungen visuell festzuhalten. 
  4. Nimm ausreichend Akkus mit! Es gibt (zumindest bei unserer Route, Rongai) keine Lademöglichkeiten unterwegs.
  5. Trenne Trockenes von Nassem im Rucksack! Hierzu sind Tragetaschen und Plastiktüten gut geeignet.
  6. Achte auf Ordnung durch gute Tragetaschen! Die einfachen Verhältnisse erschweren die Ordnung, aber eine gute Tragetasche erleichtert sie.
  7. Ergreife die guten Fotogelegenheiten! Sie sind nicht gleichmäßig verteilt. Vor allem die Strecke zwischen Horombo und Marangu auf dem Weg nach unten hat mir Einiges geboten. 

Meine Fotos finden sich verteilt über meine schwedischsprachigen Kilimandscharoblogeinträge und bei Picasa.