Friday, 12 of March of 2010

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Neujahrsvorsätze 2009 und 2010: Zehn Originale und vier Beilagen

Vor einem Jahr, Anfang Januar 2009, habe ich einen Blogeintrag “Kajs zehn Neujahrsvorsätze: Über die irrationale Psyche des Menschen” geschrieben. Vorsätze, die nur tote Texte sind, taugen nicht; folglich möchte ich mir selbst beichten, wie es ging und Rückschlüsse ziehen:

1. Die Macht der Gewohnheit ist groß: Beginne regelmäßig mit einer neuen guten Gewohnheit an! Definiere bewusst eine für dich sinnvoll erscheinende Gewohnheit. Mache dir darüber Gedanken, wie du dich am besten davon selbst überzeugst. Direkt neue Gewohnheiten habe ich keine angefangen. Aufs Neue 2010! Urteil: Fehlschuss.

2. Selbstsicherheit führt zu Selbstsicherheit: Trete selbstbewusst auf! Aber wage auch, mögliche Dummheiten zu machen. Ohne Risiken zu nehmen, lernst du kaum Neues. Naja, ich habe angefangen, eine neue Weltreligion zu verkünden, was sowohl selbstsicher als auch dummdreist ist. Urteil: Treffer.

3. Lege deine persönlichen Prioritäten fest! Wie wichtig sind Freunde? Ehe? Kinder? Familie? Verwandte? Gesundheit? Arbeit? Geld? Verteile dann die knappen Ressourcen (Zeit, Aufmerksamkeit, Geld) in erster Linie für das Wichtigste. Hier habe ich einige Fortschritte gemacht. Wird dieses Jahr fortgesetzt! Urteil: Treffer.

4. Lebe wie du lehrst: Lege Quartalsziele auch im Privatleben fest! Ein Quartal dauert lange genug für das Erreichen langfristiger Ziele erreicht, aber auch kurz genug, sodass Wunschdenken früh genug auffällt. Ja, private Quartalsziele habe ich festgelegt. Ja, es fühlt sich richtig an. Urteil: Treffer.

5. Konzentriere dich bewusst auf das Wesentliche: Nehme es zur Gewohnheit, persönliche Quartalsziele wöchentlich grob und am Ende des Quartals genau zu verfolgen! Ja, genau das habe ich getan. Urteil: Treffer.

6. Wandle lästige oder unangenehme Arbeit in ertragbare oder sogar angenehme Aufgaben um! Mache daraus etwas Soziales (und teile die Bürde). Belohne dich für erledigte Lästigkeiten. Konzentriere das Unangenehmste auf eine “mutige Stunde” pro Tag. Zu wenige und zu kleine Fortschritte. Urteil: Fehlschuss.

7. Bitte erfahrene Leute um Hilfe! Schon alleine das Formulieren der Bitte hilft oft weiter. Und die Hilfestellungen halten die Räder am Rollen. Ja genau! Nur noch weiter so. Urteil: Treffer.

8. Siehe zu, dass wichtige Sachen auch dringend erscheinen! Erstelle (bei Bedarf künstliche) Impulse, die dich auf das Wesentliche fokussieren: Hilfeleistungen anderer Leute, zugesagte Teillieferungen, Besprechungen, vorbereitete Gesprächsthemen. Dies habe ich nicht konsequent genug durchgeführt. Urteil: Fehlschuss.

9. Ästhetische Werte sind ansprechend: Umgebe dich mit Schönheit, Unkompliziertheit und Ordnung! Unordnung, unnötige Gegenstände oder Einkäufe sind Bürden für die Seele. Räume auf! Werfe weg! Und wenn du unbedingt etwas kaufst, kaufe dann Funktionelles, Nützliches und Schönes. Habe ich schon so gemacht. Kann und soll aber verfeinert werden. Urteil: Treffer.

10. Kümmere dich bewusst um deine eigene Laune: Lasse keinen Kleinigkeiten zu, dich aus der Bahn zu bringen! Brich bewusst negative Gedankenmuster durch Pausen, Erhöhen des Blutzuckerpegels oder frische Luft. Laufen hilft. Tief atmen auch. Urteil: Treffer.

Sieben Treffer und drei Fehlschüsse. Was auch immer das bedeutet.

2010 bleibe ich in der gleichen Spur. Hier einige halbneue zu verfolgende Ideen, die mit den Punkten 134578 verwandt sind:

  • Schriftliche Jahrespläne für wichtige Teilbereiche schreiben, zumindest Runnismus und Furuvik (mein Zweitwohnsitz, in Finnland). Dies erleichtert die Quartalsplanung (wo weniger Punkte sein werden, die ich im Quartal sowieso nicht schaffe), sowie das Bitten um Hilfe von Erfahrenen.
  • Stützgruppen einrichten, recht klar definierte Gruppen mit denen ich mich treffe und im Netz unterhalte. Auch diese für die wichtigsten Bereiche (Furuvik, Runnismus).
  • Social Media systematisch einsetzen, also Facebook, Twitter, LinkedIn und Xing. Spaß muss sein und Spaß macht es, sich zu unterhalten, zu helfen, geholfen zu werden. Aber so wie mit der Email, gilt auch, dass die Distraktion minimiert werden muss.
  • Ordnung hilft — im Leben, im Regal, im Rechner und überall. Es ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern des Seelensfriedens, des Zeitsparens und Vermeidens von Verschwendung.

Mal sehen wie das Jahr sich so entwickelt!

Foto: Julian Cash.