Saturday, 4 of September of 2010

Archives from day » 07, March 2009

Kilimandscharo: Erfahrungen mit Foto und Film

Nach 345 Bildern und leider nur etwa 20 Minuten HD-Video (verteilt auf 49 Szenen) ziehe ich Bilanz über meine fotografischen und filmischen Erfahrungen von unserer Kilimandscharobesteigung.

Erstmal das Gute:

  1. Anzahl der Bilder: Ja, es wird eine Weile dauern, bevor ich die besten 34 unter den 345 Bildern ausgesucht habe. Aber ich wurde kaum fotografisch begrenzt, weder von Akkumangel, Speichermangel, Feuchtigkeit oder sonst wie. Man bedenke dazu, dass es während der Woche keine Lademöglichkeiten für die Akkus gab.
  2. Technische Qualität der Bilder: Ich hatte meine Canon 20D mit, auch am Gipfeltag. Dies hat mir Panoramafotos mit 8 mm ermöglicht, was gerade bei Landschaften und Innenaufnahmen in Zelten zugute kommt. Am letzten Tag von Horombo bis Marangu gab es viele Fotogelegenheiten, die mein normales Objektiv (18-125 mm) glänzen ließen.
  3. Künstlerische Qualität der Bilder: Ich bin mit der Anzahl guter Bilder sehr zufrieden. Ob die Bilder nun objektiv gut sind, ist mir eher weniger wichtig. Aber ich habe einige sehr schöne Aufnahmen, vom Gipfel, von den Trägern, von meinem Sohn und von der Landschaft. 
  4. Deckungsgrad Realität / Bilder: Es fehlen mir nur wenige Bilder. Der Gipfeltag ist einigermaßen abgedeckt, obwohl die Kälte und die Anstrengung bei den meisten Bergsteigern die Anzahl Bilder dann normalerweise sehr einschränkt. Kalt und anstrengend war es für mich auch, aber ich hatte eine extra kleine Kamera dabei (Olympus SW770), mit der ich die Schnappschüsse gemacht habe, durch die ich einige Strapatzen jetzt nicht nur mit Worten sondern auch visuell erklären kann. 

Was die Fotos betrifft bereue ich wenig. 

  1. Akkuversagen: Ich habe zwei Akkus geladen, und der zweite Akku war vor dem Gipfel voll geladen. Nach dem Gipfel auch. Aber am Gipfel war er leer. Gut, bei minus werweißwieviel Grad ist es vielleicht nachvollziehbar. Und ich habe etwa zehn Gipfelfotos bekommen. Aber ich hätte trotzdem einen dritten Akku kaufen, laden und mitnehmen sollen.
  2. Feuchtigkeit: Das nicht benutzte Objektiv hatte ich an einem regnerischen Tag nicht so gut verstaut. Das Trocknen am folgenden Morgen hätte ich vermieden, wenn ich Nasses und Trockenes im Rucksack besser getrennt hätte.
  3. Regenfotos: Ich habe keine Fotos vom Regen. Dabei ist meine Olympus SW770 wasserdicht bis 10 m Tiefe. Es wäre ein leichtes gewesen, die Olympus auch an dem Tag in Greifnähe zu haben.

Was das Filmen betrifft bereue ich mehr.

  1. Anfängerschwierigkeiten: Die Videokamera (Canon HF100 mit 16 GB Speicher) habe ich eigens kurz vor dieser Reise gekauft. Das Umgehen mit der Kamera habe ich daher erst während der Reise oder auch überhaupt noch nicht gelernt. Einige Handgriffe erfordern natürlich mehr als nur noch einen Knopfdruck und einige Filmmöglichkeiten sind mir dadurch entgangen.
  2. Akkumangel: Beim Kauf über Internet habe ich vergessen, einen Zweitakku zu kaufen. Blöd. Gerade den Canon BP-809 (7,4 V 890 mAh) habe ich am Frankfurter Flughafen genauso verzweifelt wie vergebens gesucht. Das führte zu einem übergroßen Akkuspareifer, folglich wurde zu wenig gefilmt.
  3. Keine Videotragetasche: Einer der Verkäufer in einem Fotoladen am Frankfurter Flughafen hat mir empfohlen, den Akku von der Videokamera zu trennen. Ansonsten könnte die Filmkamera versehentlich angehen und der Akku leer werden. Da just in dem Moment die Kamera versehentlich an war, habe ich sein Rat verfolgt. Aber am Gipfeltag, an einem sehr müden Moment, habe ich den Akku in die Innentasche der Jacke meines Sohnes getan, um danach die Lage der Akku prompt zu vergessen und erst im Hotel wiederzufinden. Hätte ich bloß eine Tasche für die Videokamera gehabt, wo ich den Akku von der Kamera nicht räumlich hätte trennen müssen! Die Kamera wäre auch besser von einer Tragetasche als von einem T-Shirt meines Sohnes im Rucksack geschützt gewesen. Die Folge: Jetzt sitzen wir hier im Hotel, mit 64 ungenutzten Akkuminuten, anstatt eine von meinem Sohn dokumentierte Wanderung von Horombo nach Marangu. Da habe ich fast die Hälfte meiner Fotos gemacht. Schade!


Meine Ratschläge für Kilimandscharofotografen summieren sich auf folgendes:

  1. Nimm die Spiegelreflexkamera mit! Es gibt fantastische Fotomöglichkeiten. Es gibt auch Träger, und von daher kann man das extra Gewicht von der Kamera gut selbst tragen.
  2. Nimm ein Weitwinkelobjektiv mit! Bei mir war es 8 mm, was sowohl Landschaft als auch Zeltleben lebendiger gemacht haben.
  3. Trage eine kleine, wetterfeste Kamera immer parat! Vielleicht entstehen dadurch keine fotografischen Meisterwerke, aber zumindest ich fotografiere teilweise auch einfach um Erinnerungen visuell festzuhalten. 
  4. Nimm ausreichend Akkus mit! Es gibt (zumindest bei unserer Route, Rongai) keine Lademöglichkeiten unterwegs.
  5. Trenne Trockenes von Nassem im Rucksack! Hierzu sind Tragetaschen und Plastiktüten gut geeignet.
  6. Achte auf Ordnung durch gute Tragetaschen! Die einfachen Verhältnisse erschweren die Ordnung, aber eine gute Tragetasche erleichtert sie.
  7. Ergreife die guten Fotogelegenheiten! Sie sind nicht gleichmäßig verteilt. Vor allem die Strecke zwischen Horombo und Marangu auf dem Weg nach unten hat mir Einiges geboten. 

Meine Fotos finden sich verteilt über meine schwedischsprachigen Kilimandscharoblogeinträge und bei Picasa.