Saturday, 4 of September of 2010

Archives from month » March, 2009

/foto/ wurde /efib/

Es ging so wie es manchmal geht: Der ursprüngliche Plan wurde von der Wirklichkeit überholt. Ursprünglich hatte ich nämlich gedacht, mehr oder weniger ausschließlich über Fotografieren zu bloggen. Offensichtlich ging es nicht so.

Darum war auch der URL etwas irreführend. Ich habe es nun berichtigt, und zwar von http://blogs.arno.fi/foto/ auf http://blogs.arno.fi/efib/ aktualisiert. Was ist denn “efib”? Ja, “ein Finnlandschwede in Bayern” natürlich.

Die bestehenden Blogeinträge wurden übertragen. Durch ein “redirect” funktionieren aber die alten URLs immer noch.

Ganz reibungslos ging der Namenswechsel nicht. Auf Englisch habe ich darüber näher berichtet.

Genauso ging es meinem schwedischen Blog, der von /res/ (reise) auf /fib/ (finlandssvensk i Bayern) umgetauft wurde.


So digitalisiere ich mein Privatarchiv!

Das war aber lehrreich! Auf meine Frage (”Wie digitalisiere ich mein Privatarchiv?“) habe ich zwei gute Antworten bekommen:

  • von Holger Martens bei Digi-Texx Germany e.K., Lochhamer Str. 31, 82152 Planegg Martinsried (digi-texx-germany.de) und
  • von Andreas Müller bei Both & Müller GmbH, Thomas-Wimmer-Ring 14, 80538 München (www.both-mueller-gmbh.de)

Both & Müller befindet sich 149 Schritte vor meinem Haustür und somit konnte ich leicht ein Besuch erstatten. Dies war noch lehrreicher!

Gelernt habe ich grob gesehen folgendes:

  1. Es gibt zwei voneinander einigermaßen unabhängige Arbeitsschritte: Einscannen (automatisch) und Datenerfassung (manuell).
  2. Einscannen ergibt TIF-Dateien, PDF/A-Dokumente und (optional) Text-Dateien (aus OCR, d.h. Volltexterkennung)
  3. Datenerfassung ergibt Textdateien (CSV, Excel, ODS etc.)
  4. Nach dem Einscannen kann ich Platz sparen (da ich die Belege wegwerfen kann)
  5. Nach der Datenerfassung kann ich etwas über meine persönliche Finanzen lernen (da ich die Basisdaten in einem Tabellenkalkulationsprogramm hochrechnen kann)
  6. Die Kosten sind auch für Privatpersonen günstig:
    • Der Lagerplatz für Belege kostet zumindest im Münchner Innenstadt mehr als das Einscannen (2 bis 6 Cent/Beleg)
    • Die Einsichten, die ich aus der Auswertung meiner Finanzen gewinnen kann, spart leicht mehr als die Kosten der Datenerfassung

Auch auf meine genaueren Fragen habe ich gute Antworten bekommen:

1. Was muss ich noch wissen / angeben, bevor ich nach einem etwas genaueren Preis fragen kann?

  • Ob schwarzweiß oder farbig. Wenn Farbe nicht unbedingt erwünscht wird, ist schwarzweiß zu bevorzugen, weil platsparend.
  • In etwa wieviel der Belege zusammengeheftet, mit Klammern versehen, geknickt (Eselsohren) sind.

2. Wie erreiche ich es, dass die Dateinamen einigermassen sinnvoll werden? Ein Zettel pro Ordner, und danach werden die Dateien laufend nummeriert? Oder kann ich genauere Wünsche geben?

  • Durch Verschlagwortung bekomme ich sinnvolle Dateinamen: Ich kann pro Ordner (oder in Kopfbelegen von den Unterabteilungen, 1-10, 1-12, 1-20 usw) gewünschte Präfixe der Dateinamen geben.
  • Die Dateien können laufend nummeriert werden, oder zu etwas teureren Kosten auch mit Monaten (z.B. 200910) gekennzeichnet werden, die während der Verschlagwortung aus den Belegen manuell erfasst werden.

3. Wie kennzeichne ich es am besten, welche Papiere mit OCR behandelt werden sollen, und welche nicht?

  • Grundsätzlich: Kontoauszüge, Rechnungen und Belege sollen nicht automatisch erfasst werden. Es geht viel billiger manuell. Die Fehlerquote von automatischer Erkennung ist hoch. Vor allem ergeben aber gerade bei Kontoauszügen sogar fehlerfrei eingescannte Ergebnisdateien wenig Sinn: Die Frage “Wie hoch waren die Heizungskosten 2008?” kann ich sowieso viel schneller und leichter beantworten, wenn ich die Belege mit einem Ziffer (z.B. “104″, eine Art Konto wie aus der Buchhaltung) kennzeichne, welches dann zusammen mit Datum und Betrag manuell erfasst werden. Hierbei umgehe ich gleichzeitig das Problem, dass viele meiner Belege in Schwedisch oder Finnisch sind, welche als Sprachen für hiesige Datenerfassungskräfte eher unbegreiflich sind.

4. Woher weiß ich welche OCR-Dateien mit welchen PDF-Dateien zusammengehören?

  • Sie tragen denselben Namen (nur eine unterschiedliche Endung).

5. Wie genau (bzw wie fehlerhaft) sind die OCR-Dateien von Kontoauszügen? Wie leicht kommen die Daten in ein Tabellenkalkulationsprogramm rein? Kann das auch als Dienstleistung gemacht werden?

  • OCR-gescannte Kontoauszüge sind viel zu fehlerhaft. Wie oben erklärt: Die manuelle Mühe ist größer, wenn ich von OCR-Dateien anfange, als wenn die Daten ganz manuell eingegeben werden. Ja, es kann als Dienstleistung gemacht werden (weniger als 0,10 Euro pro Position finde ich sogar billig).

6. Bekomme ich vom Scan-Service auch auf Papier gedruckte PDF-Dateien (doppelseitig, zwei nebeneinander usw.), oder mache ich das am besten separat?

  • Nein, ich bekomme nur PDF-Dateien “pur”. Aber es lohnt nicht, die PDF-Dateien überhaupt zu drucken. Sinn des ganzen ist ja, Platz zu sparen. Die Belege können tatsächlich gutes Gewissens weggeschmissen werden! Mein Plan war ursprünglich, die Belege erst einscannen zu lassen und danach mit Kennzeichen (”Miete”, “Heizung” usw.) zu versehen — wobei ich dies vielleicht auf Kopien machen wollte. Da ich jetzt sowieso die Kontoauszüge nicht per OCR bearbeite, sondern manuell erfassen lasse, entfällt der Bedarf. Und für mich reicht jetzt die PDF-Datei auf der Festplatte, kombiniert mit der viel sinnvolleren Datei mit den erfassten Beträgen.

7. Was macht der Scan-Service mit zusammengehefteten Papieren?

  • Auseinanderheften, es sei denn, es ist aus legalen Gründen nicht möglich oder sonst nicht erwünscht — wobei aber das Einscannen viel teurer wird.

8. Wie lange dauert die Lieferung?

  • Nicht lange. Tage oder wenige Wochen.

9. Welche Auflösung bzw welches Format ist sinnvoll? Ist es möglich / kostengünstig / sinnvoll die Dateien erstmal farbig in einer großen Auflösung einzuscannen, und dann einem Programm eine komprimierte Version der dicken Dateien machen zu lassen (geringere Auflösung, schwarzweiß)?

  • Für OCR/Volltexterkennung: 300 dpi schwarzweiß, TIF.
  • Für Belege / Archivierung: 200 dpi schwarzweiß, (TIF und) PDF/A.
  • Farbig und schwarzweiß ist wenig sinnvoll weil teuer.

10. Was müsste ich eigentlich noch fragen bzw. berücksichtigen, was ich selbst als Laie nicht verstehe?

  • Ziffern für die Dateneingabe sinnvoll zu erteilen (123 = Heizung, 124 = Strom usw.)
  • Ziffern sind wesentlich schneller einzutippen als Buchstaben (und dadurch billiger)

Mein Archiv zu ordnen ist eine lästige Aufgabe. Aber komischerweise freue ich mich jetzt darauf! Etwas Lästiges ist jetzt zu etwas Angenehmem umwandelt worden.

Fußnote: Damit entspricht das Digitalisieren meines Privatarchives meinem Neujahrsvorsatz Nummer 6 (Umwandle lästige oder unangenehme Arbeit in ertragbare oder sogar angenehme Aufgaben!). Es hat aber auch mit mindestens fünf anderen Neujahrsvorsätzen zu tun:

1. Die Macht der Gewohnheit ist groß: Beginne regelmäßig mit einer neuen guten Gewohnheit an! (Aufräumen der Belege)
4. Lebe wie du lehrst: Lege Quartalsziele auch im Privatleben fest! (Digitalisieren ist eins dieser Ziele)
7. Bitte erfahrene Leute um Hilfe! (Die genannten Firmen erscheinen mir erfahren)
8. Siehe zu, dass wichtige Sachen auch dringend erscheinen! (Ich muss mich jetzt dringend um das Angebot von Both & Müller kümmern)
9. Ästhetische Werte sind ansprechend: Umgebe dich mit Schönheit, Unkompliziertheit und Ordnung! (Ja, ich räume auf und werfe weg)

Erledigt ist die Aufgabe natürlich noch nicht. Also, ran an die Arbeit!


Wie digitalisiere ich mein Privatarchiv?

In meinem Arbeitszimmer habe ich 43 DIN-A4-Ordner. Ich möchte mehr als die Hälfte loswerden, ohne die Daten zu verlieren. Und ich möchte besonders die finanziellen Daten sinnvoll zusammenfassen können, indem ich Kontoauszüge zu Tabellen verwandeln lasse. Ich will Einträge in den digitalisierten Kontoauszügen mit Kennzeichnen versehen, damit ich “Miete”, “Zinsen”, “Heizung”, “Reisen” usw hochrechnen kann. Wie mache ich das, mit dem geringsten Aufwand und zu vernünftigen Kosten?

Ich habe Dokumente folgender Art:

  1. Normale Kontoauszüge in DIN A4-Format
  2. Wahnsinnige Postbank-Kontoauszüge in etwa 1/3 A4
  3. Kreditkartenrechnungen in DIN A4
  4. Verschiedene A4-Papiere, nicht zusammengeheftet
  5. Verschiedene A4-Papiere, zusammengeheftet
  6. Papiere in verschiedenen Größen, zusammengeheftet

Ich habe einen Scanner “hp scanjet 5590“, mit dem ich sehr unzufrieden bin:

  • Papiere bleiben oft stecken
  • Die Benutzeroberfläche vom Scan-Programm (OS X) ist schlecht
  • Die Helligkeit lässt sich nicht leicht beeinflussen
  • Das Endergebnis ist oft schräg (3-4 Grad)

Von daher möchte ich die Dokumente als Dienstleistung einscannen lassen. Mit meinen etwa 5000 Fotonegative habe ich schon gute Erfahrungen gemacht: Scandig in Unterhaching hat schon 2004-05 das Einscannen, ohne großen Zeitaufwand für mich, und zwar zu sinnvollen Kosten.

Im Gegensatz zum Digitalisieren von Fotos ist das gewünschte Endergebnis beim Archiv scannen nicht genauso eindeutig. Für die Fotos waren meine Ziele

  • möglichst hohe Auflösung (jedoch nicht höher als das analoge Original)
  • .jpg-Format
  • geringe Kosten
  • sinnvolle Dateinamen, die Ordnung fördern

Für das Archiv sind meine Ziele für Dokumente vom Typ Kontoauszug

  1. das Komprimieren vom Platzbedarf in gedruckter Form (sechs dicke Postbank-Kontoauszugsbelege sollen von einer doppelseitigen DIN A4-Seite ersetzt werden; normale A4-Kontoauszüge können nebeneinander doppelseitig gedruckt werden, und damit auch Platz sparen)
  2. die einfache Eingabe in ein Tabellenkalkulationsprogramm (eine Zeile soll jeweils die Felder/Zellen Datum, Betrag, Text haben)
  3. sinnvolle Dateinamen, die Ordnung fördern
  4. die Auflösung ist recht egal; Farbe darf auch verloren gehen
  5. das Format sowohl PDF (oder PDF/A), als auch das digitalisierte Endergebnis vom OCR-Verfahren, als Eingabe für weitere Bearbeitung
  6. und das alles natürlich zu vernünftigen Kosten.

Für für sonstige Dokumente (nicht Kontoauszüge) sind meine Ziele

  1. das Komprimieren vom Platzbedarf (wie oben)
  2. sinnvolle Dateinamen, die Ordnung fördern (wie oben)
  3. etwas höhere Auflösung
  4. manchmal kann das Erhalten der Farben auch von Bedeutung sein
  5. OCR-Verfahren optional, also nur wenn es kostengünstig ist

Mein Archiv befindet sich im Münchner Innenstadt. Da die Papiere wichtig sind, möchte ich sie nicht für besonders lange Zeit loswerden. Im Großraum München würde ich die Papiere bei Bedarf sogar persönlich zum Scan-Service begleiten.

Meine Fragen:

  1. Was muss ich noch wissen / angeben, bevor ich nach einem etwas genaueren Preis fragen kann?
  2. Wie erreiche ich es, dass die Dateinamen einigermassen sinnvoll werden? Ein Post-It-Zettel mit dem Wunschnamen pro Ordner, und danach werden die Dateien laufend nummeriert? Oder kann ich genauere Wünsche geben?
  3. Wie kennzeichne ich es am besten, welche Papiere mit OCR behandelt werden sollen, und welche nicht?
  4. Woher weiß ich welche OCR-Dateien mit welchen PDF-Dateien zusammengehören?
  5. Wie genau (bzw wie fehlerhaft) sind die OCR-Dateien von Kontoauszügen? Wie leicht kommen die Daten in ein Tabellenkalkulationsprogramm rein? Kann das auch als Dienstleistung gemacht werden?
  6. Bekomme ich vom Scan-Service auch auf Papier gedruckte PDF-Dateien (doppelseitig, zwei nebeneinander usw.), oder mache ich das am besten separat?
  7. Was macht der Scan-Service mit zusammengehefteten Papieren?
  8. Wie lange dauert die Lieferung?
  9. Welche Auflösung bzw welches Format ist sinnvoll? Ist es möglich / kostengünstig / sinnvoll die Dateien erstmal farbig in einer großen Auflösung einzuscannen, und dann einem Programm eine komprimierte Version als Kopie der dicken Dateien machen zu lassen (geringere Auflösung, schwarzweiß)?
  10. Was müsste ich eigentlich noch fragen bzw. berücksichtigen, was ich selbst als Laie nicht verstehe?

Antwort als Blog-Kommentar oder als Email an kaj at arno punkt fi!


Kajs zehn Neujahrsvorsätze: Über die irrationale Psyche des Menschen

Der Mensch ist irrational. Leute benehmen sich im Allgemeinen unlogisch, manchmal gar direkt gegen ihre eigene Interessen. Ich bin da keine Ausnahme, aber wenn ich Momente des rationalen Denkens dazu nutze, mich selbst zu indoktrinieren, behaupte ich, die Folgen meiner Irrationalität mildern zu können. Manchmal kann ich sie sogar zu meinem Vorteil nutzen. Und diese Selbstindoktrinierung habe ich in meinen Neujahrsvorsätzen 2009 konzentriert.

Hintergrund: Diese Gedanken sind im Laufe mehrerer Jahre ausgereift, besonders aber durch das Buch Der schwarze Schwan von Nassim Nicholas Taleb. Eine Flugverspätung von über sechzehn Stunden bot mir unerwarteterweise die Möglichkeit, meine Gedanken in Form dieser Blogeinlage zu strukturieren. Ich befasse mich sowohl mit dem Privaten als auch mit dem Geschäftlichen — vielleicht mit etwas mehr Gewicht auf Erstgenanntem.

Vorbehalt: Ich veröffentliche meine Neujahrsvorsätze, obwohl ich weiß, dass manche meiner Standpunkte nicht einmal von meinen besten Freunden geteilt werden. Meine Absicht ist es nicht, zu moralisieren oder anderen vorzuschreiben, wie sie sich zu verhalten haben. Vielmehr möchte ich durch Kommentare anderer Leute neue Einsichten gewinnen. Wenn ich unten in zweiter Person schreibe, richte ich mich also hauptsächlich an mich selbst.

Zehn rationale Schlussfolgerungen dessen, dass die Psyche des Menschen irrational ist
oder
Kajs zehn Neujahrsvorsätze

1. Die Macht der Gewohnheit ist groß: Beginne regelmäßig mit einer neuen guten Gewohnheit an! Definiere bewusst eine für dich sinnvoll erscheinende Gewohnheit. Mache dir darüber Gedanken, wie du dich am besten davon selbst überzeugst.

2. Selbstsicherheit führt zu Selbstsicherheit: Trete selbstbewusst auf! Aber wage auch, mögliche Dummheiten zu machen. Ohne Risiken zu nehmen, lernst du kaum Neues.

3. Lege deine persönlichen Prioritäten fest! Wie wichtig sind Freunde? Ehe? Kinder? Familie? Verwandte? Gesundheit? Arbeit? Geld? Verteile dann die knappen Ressourcen (Zeit, Aufmerksamkeit, Geld) in erster Linie für das Wichtigste.

4. Lebe wie du lehrst: Lege Quartalsziele auch im Privatleben fest! Ein Quartal dauert lange genug, damit langsichtige Ziele erreicht werden können, aber auch kurz genug, damit Wunschdenken früh genug auffällt.

5. Konzentriere dich bewusst auf das Wesentliche: Nehme es zur Gewohnheit, persönliche Quartalsziele wöchentlich grob und am Ende des Quartals genau zu verfolgen!

6. Umwandle lästige oder unangenehme Arbeit in ertragbare oder sogar angenehme Aufgaben! Mache daraus etwas Soziales (und teile die Bürde). Belohne dich für erledigte Lästigkeiten. Konzentriere das Unangenehmste auf eine “mutige Stunde” pro Tag.

7. Bitte erfahrene Leute um Hilfe! Schon alleine das Formulieren der Bitte hilft oft weiter. Und die Hilfestellungen halten die Räder am Rollen.

8. Siehe zu, dass wichtige Sachen auch dringend erscheinen! Erstelle (bei Bedarf künstliche) Impulse, die dich auf das Wesentliche fokussieren: Hilfeleistungen anderer Leute, zugesagte Teillieferungen, Besprechungen, vorbereitete Gesprächsthemen.

9. Ästhetische Werte sind ansprechend: Umgebe dich mit Schönheit, Unkompliziertheit und Ordnung! Unordnung, unnötige Gegenstände oder Einkäufe sind Bürden für die Seele. Räume auf! Werfe weg! Und wenn du unbedingt etwas kaufst, kaufe dann Funktionelles, Nützliches und Schönes.

10. Kümmere dich bewusst um deine eigene Laune: Lasse keine Kleinigkeiten zu, dich aus der Bahn zu bringen! Brich bewusst negative Gedankenmuster durch Pausen, Erhöhen des Blutzuckerpegels oder frische Luft.

Selbst ertappe ich mich täglich dabei, gesunde Vernunft zu trotzen und mich wider mein eigenes Interesse zu benehmen. Durch die für diesen Blogeintrag erforderliche Selbstbeobachtung erhoffe ich mir ein höheres Selbstbewusstsein.

Hier einige Beispiele von meinem eigenen irrationalen Benehmen, eine Art Beichte:

  • Es passiert, dass ich im alten Trott recht unwesentlichen Zielen eine allzu große Bedeutung ermesse (siehe Punkt 3).
  • Ich kann einen negativen Gedanken (sei es in der Arbeit oder privat) meine Laune vermiesen lassen, obwohl das Problem sich nach dem Essen oder einer Pause viel kleiner erscheint, oder gar das Problem sich während einer Laufrunde lösen ließe (siehe Punkt 10).
  • Ich widme manchmal Kleckerbeträgen eine übertriebene Aufmerksamkeit (das Geld für “teuren” frisch gepressten Saft sparen), jedoch schiebe ich das Planen für das Verwalten meiner Ersparnisse oder meinen Hausbau in Finnland auf (siehe Punkte 3, 4, 5, 7 oder 8).
  • In dunklen Momenten kann das Konsumieren (ein Krimi lesen, im Web surfen, Fotos anschauen) sich einfacher als Produzieren (ein Quartalsziel in Angriff nehmen, einen Blogeintrag schreiben, ein Fotoalbum zusammenstellen) anfühlen (siehe Punkte 1, 6 und 10).
  • Manchmal ist es schwer wieder in Gang zu kommen, nach einer Unterbrechung, bei Müdigkeit, oder mit der unangenehmen aber notwendigen Arbeit — auch wenn ich weiß, dass nach dem Anfang alles leichter geht (siehe Punkt 1, 6, 8, 9 und 10).
  • Wenn ich Lust und Inspiration habe, läuft die Arbeit wie geschmiert (siehe Punkt 1, 2, 6, 7, 8, 9, 10).
  • Ich widme allzu viel Aufmerksamkeit dem Frischen und Neuen (wie die ganz ungelesenen Emails) und allzu wenig dem Wichtigen (siehe Punkte 1, 7, 8).
  • Was ich nicht konkret sehe oder erlebe, das “gibt” es nicht, oder dem gebe ich zu wenig Zeit (siehe Punkt 7 und 8).

Nassim Nicholas Taleb schreibt in The Black Swan wie das Psyche des Menschen “fehlerhaft” konstruiert ist, und zwar so dass es mehr schmerzt, fünfmal 10.000 Euro zu verlieren, als einmal 100.000 Euro. Der Mensch wünscht sich ständige gute Nachtichten, wird aber durch erhöhten Lebensstandard so verwöhnt, dass er sich über einmal erreichte Vorteile nicht mehr freuen kann. Der Mensch gibt kurzfristiges Wohlbefinden Vorrang, anstatt das Langfristige: Lieber ein Kuchenstück im Bauch sofort, als einen Waschbrettbauch in einem halben Jahr! Sehr rational denkende Menschen kann den Gedanken voll ausleben und diese Schwächen bei seinen Mitmenschen ausnutzen.

Selbst begnüge ich mich mit dem Versuch, meinen Selbstbetrug ein Ende zu machen.


iPod touch + iTunes: Eine Auswertung des Buches sowie des Geräts

Leichter gibt’s nicht, aber leichter ginge es schon. Der iPod touch ist ein ästhetisches Meisterwerk, zugleich aber eine Quelle zur Frustration wegen doch nicht so leichter Anwendbarkeit. Das Buch “iPod touch + iTunes” von Yvin Hei und Pieter van Groenewoud bot mir Hilfe, als ich mir den zum Weihnachten meinem Sohn geschenkten iPod touch beibringen wollte. Hier einige Kommentare zum Buch, gleichzeitig aber auch zum iPod selbst.

Was ich trotz Lesen des Buches immer noch nicht kann, ist

1. die Fotoalben durch Gruppieren sinnvoll einordnen
2. meine Lieder in erster Linie auf einer externen Festplatte speichern
3. Spiellisten mit anderen teilen (iMix ist nur für iStore-Lieder)
4. Bilder einfach zwischen iPod und Rechner kopieren; Bilder einfach löschen
5. das von künstlich eingesetzten Hürden verursachte Leiden vermeiden und
6. die zusätzliche Musikinformation richtig verwalten.

Aber erstmal zum Buch: Mit 158 kompakten Seiten hilft das Buch gut, das Wesentliche vom iPod schnell zu lernen. Ausschalten, Akkuzeit sparen, zurückstellen und einige andere grundlegende Bedürfnisse sind nicht immer so intuitiv, dass ich sie automatisch benutzen könnte. Dies soll kein Vorwurf gegenüber den iPod sein, denn im Großen und Ganzen ist das kleine Ding nicht nur höchst ästhetisch, sondern auch ein Wunder der leichten Bedienbarkeit.

Das aus dem Holländischen übersetzte Buch hat mir zum Beispiel folgendes beigebracht:

1. Musik vom iPod zur Festplatte kopieren: Es gibt mehrere Programme, mit denen man die künstlich abgeschaltete Kopierrichtung vom iPod zur Festplatte doch erstellen kann. Wenn die Festplatte des Rechners kaputt ist, lässt das Program “ipod -> Folder” (www.longfingers.com/ipodfolder) die Lieder auf die Festplatte wiederauferstehen. Dasselbe tun auch iPodRip, Escape Pod und PodWorks. Eine Erleichterung!

2. Intelligente Spiellisten: Eine Spielliste lässt sich dynamisch definieren. “Meine Lieblingslieder” muss nicht unbedingt eine feste Liste von Liedern sein, sondern kann so definiert werden, dass es zu jeder Zeit die Musik ist, die die höchste Anzahl Sterne hat, jedoch von der Menge so begrenzt wird, dass es in einer von mir selbst definierte Platz passt (z.B. 3 GB). Dann fallen halt die Lieder mit den niedrigsten Anzahl sternen weg, aber der iPod wird nicht mehr unkontrolliert voll. Toll!

3. Man *kann* Akkus separat kaufen: Im Gegensatz zu früher gibt es anscheinend mittlerweile die Möglichkeit, einen abgenutzen Akku durch Apple preismäßig sinnvoll zu erneuern. Gut!

4. Kleinigkeiten:

  • Visuelle Effekte lassen sich mit Apple-F maximieren und mit den Tasten B, F, C, Z und R variieren
  • Doppelklicken auf einer Spielliste öffnet ein neues Fenster
  • Spiellisten mit Bindestrich am Anfang, z.B. “-Lieblingsmusik”, werden alphabetisch ganz am Anfang gezeigt
  • die Funktion “Party-Jukebox” stellt eine halbwegs willkürlich, halbwegs definierte Liste von Musik zusammen, zeigt dann aber auch die Lieder im Voraus zur besseren Kontrolle an
  • Darstellung / Duplikate anzeigen hilft, doppelte Musik zu vermeiden

Das Buch habe ich während einer Reise gelesen, ohne Zugang zum Internet oder die Geräte von zu Hause. Auf meiner angenehmen To-Do-Liste steht von daher einiges, was ich probieren möchte:

  • YouTube für den iPod touch optimiert ansehen
  • Erweitert / Almbumcover laden (um möglicherweise neu hochgeladene Albumcovers zu finden)
  • Bilder vom iPod im Fernsehen zeigen
  • ein CD aus einer Spielliste brennen (einzige Regel: max 74 min!)
  • die praktische Liste von häufig genutzten Tastenkombinationen auf der letzten Seite kopieren
  • Internet-Radio probieren
  • aus Internet-Radiosendungen Musik aufnehmen (s. 98)
  • Podcasts suchen (ob mit oder ohne iTunes, weiß ich noch nicht) und zuhören
  • eigene Videos auf iPod-Größe komprimieren
  • “Verwendung als Volume aktivieren” probieren

Selbst hatte ich einmal einen iPod nano, habe ihn aber sehr selten benutzt und deshalb meiner Tochter gegeben. Tote Zeit, die der iPod wieder lebendig macht, habe ich zum Glück eher wenig: Ich fahre selten Auto, und beim Sport bevorzuge ich die Stille und das Nachdenken. Lange Flugzeiten, wo die Akkus von meinem MacBook Pro leer geworden sind, wäre so die Ausnahme. Durch das Buch und das Spielen mit dem iPod meines Sohnes bin ich schon inspiriert, vielleicht doch einen iPod anzulegen.

Idealerweise würde ich meine gesamte Musik mit kompletter Information ausstatten, und zwar

  • Auswertung mit Sternen (eins bis fünf)
  • Albumcover (in einer guten Auflösung)
  • Liedtexte
  • wer die Musik mag (in Kommentaren)
  • BPM (Beats Per Minute)
  • wo ich die Musik aufbewahre (externe Festplatte; Laptop; iPod; Handy)

Das Buch bietet mehrere sinnvolle Kaufanregungen an:

  • vielleicht will ich externe Lautsprecher (”Docking”) kaufen, aber da muss ich aufpassen, dass die (aus Gehörgesundheitsgründen sinnvoll eingesetzte) Begrenzung der Lautstärke des iPods nicht bedeutet, dass die Lautstärke des externen Lautsprechers auch noch begrenzt wird
  • vielleicht möchte ich viel Speicherkapazität haben (zur Zeit 16 GB oder 32 GB), wenn ich viele eigene Bilder, viele Podcasts oder einzelne eigene Videos speichern möchte
  • ganz sicher habe ich vor ein MP3-Diktiergerät zu kaufen; XtremeMac Micromemo bietet angeblich dies für etwa 50 Euro an, obwohl ich aus dem Buch nicht nachvollziehen konnte, mit welchen iPod-Versionen (iPod touch?) es geht.
  • vielleicht sollte ich wirklich den iPod lauter machen, und zwar durch einen Harman Kardon Go+Play, oder ein Bose Sounddock (S. 157)
  • vielleicht wäre ein iTrip nützlich, das für Reisen mit Auto (dem eigenen oder einem Leihwagen) meinen iPod zum Radiosender macht, der vom Autoradio empfangen werden kann

Nun aber zu meinen Problemen:

1. Wie kann ich meine Fotoalben durch Gruppieren sinnvoll einordnen?

Ein Bild in der Auflösung des iPod-Bildschirmes benötigt 100-200 KB. Wenn ich für meine Bilder etwa 10 GB des iPod-Speichers benutze, kriege ich also 50000 bis 100000 Bilder auf mein iPod. Wenn ein Album durchschnittlich sagen wir 100 Bilder hat, habe ich damit Platz für 500 bis 1000 Fotoalben. Bisher habe ich aber keinen Weg gefunden, diese 1000 Fotoalben zu ordnen, sondern ich muss sie per Hand blättern. Wie soll ich dann bitteschön etwas finden? Wenn es keine Hierarchie von Alben gibt, wird das schöne Gerät fürs Teilen von Bildern unnütz. Ich hoffe sehr, dass dies kein Eigentor von Apple ist, sondern dass ich die entsprechende Funktionalität einfach nicht gefunden habe.

2. Wie kann ich meine Lieder in erster Linie auf einer externen Festplatte speichern?

Meine Bedürfnisse:

  • unnötige alte CD-Platten rippen und danach wegwerfen
  • selten benutzte Musik nur noch auf einer externen Festplatte verwalten (etwa 40 GB)
  • die Lieblingsmusik auf meinem MacBook Pro lassen und benutzen (etwa 10 GB)
  • den iPod von meinem MacBook Pro aus verwalten

Im Buch sehe ich nur noch (S. 33) die Möglichkeit, den Speicherort von iTunes Music einmalig umzuschalten: Entweder verwalte ich die Musik auf der externen Festplatte, oder auf der internen. Mit iTunes kann ich anscheinend nicht meine externe Festplatte als Vorrat für seltener benutzte Musik (”aktives Backup-Gerät”) einsetzen. Schade.

3. Wie kann ich Spiellisten mit anderen teilen? (iMix ist nur für iTunes-Lieder)

Als frisch begeisterter Social Networker war ich auf dem ersten Blick vom Begriff iMix angetan: Dadurch lassen sich Musiklisten mit anderen Leuten teilen. Jedoch nur noch in der Theorie, denn jedes Musikstück muss bei iTunes verfügbar sein, damit die ganze Liste unverändert gespeichert werden kann. Ist nicht gerade offen. Fördert nicht gerade die Vielfalt der Kultur, sondern subventioniert Amerikanisierung.

4. Wie kann ich Bilder einfach zwischen iPod und Rechner kopieren, bzw. Bilder einfach löschen?

Es scheint mir, als ob man Bilder auf einen iPod gleichzeitig nur noch mit jeweils einem Rechner kopieren kann. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, einzelne Bilder hinzuzufügen oder zu löschen. Muss den alles wirklich so umständlich “synchronisiert” werden? Muss es von dem Bilderstamm des iPods immer eine Kopie auf einem Rechner geben? Was ist, wenn dieser Rechner gerade nicht verfügbar ist?

5. Wie vermeide ich das von künstlich eingesetzten Hürden verursachte Leiden?

Alles Mögliche scheint in der iPod-Welt nicht “zugelassen” zu sein. Natürlich muss es Begrenzungen geben dürfen, damit der Mehrwert denen gegeben wird, die den Aufpreis bezahlen. Allerdings wird der Aufpreis jetzt zum Teil in Zeit bezahlt. Ich habe nun wirklich überhaupt keine Lust darauf, Zeit daran zu widmen, für einzelne Musikstücke einzelne Rechner zu registrieren.

Der Unterschied zwischen Werbung und Realität ist im iStore enervierend. Meine Tochter hat Geschenkegutscheine bekommen, die nicht einsetzbar sind. Ihr MacBook ist in Finnland gekauft, und die Geschenkgutscheine aus Deutschland sind nicht zugelassen. Und dies zwischen zwei EU-Ländern! Was ist mit der freien Beweglichkeit von Gütern und Dienstleistungen?

Zum Glück bin ich von diesem Problem persönlich eher wenig betroffen. Es heißt ja, dass der Mensch sein Musikgeschmack nach dem 35. Lebensjahr kaum verändert, und da diese Hürde für mich mittlerweile schon überstanden ist, begnüge ich mich vor allem mit “alten” CDs, die neue, künstliche Hürden nicht kennen.

6. Wie verwalte ich die zusätzliche Musikinformation richtig?

Es ist ja toll, das ich Albumcover und Musiktexte auch noch speichern kann. Es ist auch gut, dass ich Musik selbst bewerten kann. Wo wird es aber gespeichert? Ich möchte nicht viel Zeit aufwenden, um dann plötzlich nach irgendeiner Panne festzustellen, dass alles umsonst war.

Im Gegensatz zu meinen sonstigen Problemen ist dieses wahrscheinlich im Großen und Ganzen leicht lösbar, sobald ich nur noch die Auskunft bekomme. Hier hätte mir das Buch eigentlich helfen müssen.

Also:

  • Was wird in die .MP3-Datei gespeichert, was separat?
  • Wie kann ich vom separat Gespeicherten eine Backup nehmen?
  • Wie kann ich die Anzahl Sterne, die ich vergeben habe, sichern? Die Liedertexte?
  • Welche Auflösung sollen die Albumcovers haben — jeweils für iPod und für iTunes auf dem Rechner? Werden diese Bilder für den iPod automatisch komprimiert (da die Auflösung hier geringer ist)?

Ja, das Buch von Yvin Hei und Pieter van Groenewoud ist gut. Ja, ein iPod touch ist schön. Ja, ein iPod touch ist leicht zu bedienen. Aber es ginge meiner Meinung nach noch leichter.


Bücher, die ich vorhatte, über Weihnachten zu lesen

Manchmal ist man zu ambitioniert. Hier ist die Auswahl an Büchern, die ich vorhatte, über Weihnachten zu lesen. Naja, vielleicht später (deshalb lösche ich nicht einfach die Liste).

Andrea Camilleri


Der Dieb der süßen Dinge, Andrea Camilleri 317 s, 352 g


Il ladro di merendine, Andrea Camilleri, 247 s, 203 g

Die Form des Wassers, Andrea Camilleri 249 s. 287 g

La forma dell’acqua, Andrea Camilleri 173 s, 174 g


Die Mühlen des Herrn, Andrea Camilleri, 220 s. 337 g

Robert Hültner


Ende der Ermittlungen, Robert Hültner 63 s 67 g

Der Sommer der Gaukler, Robert Hültner, 223 s 400 g

Andra


Der indische Baum, Helga Glaesener 336 s, 253 g


Störtebekers Gold, Thomas Einfeldt, 457 s. 385 g


Verschwiegene Kanäle, Donna Leon 331 s, 338 g

Reseguider etc.