Neujahrsvorsätze 2009 und 2010: Zehn Originale und vier Beilagen
Vor einem Jahr, Anfang Januar 2009, habe ich einen Blogeintrag “Kajs zehn Neujahrsvorsätze: Über die irrationale Psyche des Menschen” geschrieben. Vorsätze, die nur tote Texte sind, taugen nicht; folglich möchte ich mir selbst beichten, wie es ging und Rückschlüsse ziehen:
1. Die Macht der Gewohnheit ist groß: Beginne regelmäßig mit einer neuen guten Gewohnheit an! Definiere bewusst eine für dich sinnvoll erscheinende Gewohnheit. Mache dir darüber Gedanken, wie du dich am besten davon selbst überzeugst. Direkt neue Gewohnheiten habe ich keine angefangen. Aufs Neue 2010! Urteil: Fehlschuss.
2. Selbstsicherheit führt zu Selbstsicherheit: Trete selbstbewusst auf! Aber wage auch, mögliche Dummheiten zu machen. Ohne Risiken zu nehmen, lernst du kaum Neues. Naja, ich habe angefangen, eine neue Weltreligion zu verkünden, was sowohl selbstsicher als auch dummdreist ist. Urteil: Treffer.
3. Lege deine persönlichen Prioritäten fest! Wie wichtig sind Freunde? Ehe? Kinder? Familie? Verwandte? Gesundheit? Arbeit? Geld? Verteile dann die knappen Ressourcen (Zeit, Aufmerksamkeit, Geld) in erster Linie für das Wichtigste. Hier habe ich einige Fortschritte gemacht. Wird dieses Jahr fortgesetzt! Urteil: Treffer.
4. Lebe wie du lehrst: Lege Quartalsziele auch im Privatleben fest! Ein Quartal dauert lange genug für das Erreichen langfristiger Ziele erreicht, aber auch kurz genug, sodass Wunschdenken früh genug auffällt. Ja, private Quartalsziele habe ich festgelegt. Ja, es fühlt sich richtig an. Urteil: Treffer.
5. Konzentriere dich bewusst auf das Wesentliche: Nehme es zur Gewohnheit, persönliche Quartalsziele wöchentlich grob und am Ende des Quartals genau zu verfolgen! Ja, genau das habe ich getan. Urteil: Treffer.
6. Wandle lästige oder unangenehme Arbeit in ertragbare oder sogar angenehme Aufgaben um! Mache daraus etwas Soziales (und teile die Bürde). Belohne dich für erledigte Lästigkeiten. Konzentriere das Unangenehmste auf eine “mutige Stunde” pro Tag. Zu wenige und zu kleine Fortschritte. Urteil: Fehlschuss.
7. Bitte erfahrene Leute um Hilfe! Schon alleine das Formulieren der Bitte hilft oft weiter. Und die Hilfestellungen halten die Räder am Rollen. Ja genau! Nur noch weiter so. Urteil: Treffer.
8. Siehe zu, dass wichtige Sachen auch dringend erscheinen! Erstelle (bei Bedarf künstliche) Impulse, die dich auf das Wesentliche fokussieren: Hilfeleistungen anderer Leute, zugesagte Teillieferungen, Besprechungen, vorbereitete Gesprächsthemen. Dies habe ich nicht konsequent genug durchgeführt. Urteil: Fehlschuss.
9. Ästhetische Werte sind ansprechend: Umgebe dich mit Schönheit, Unkompliziertheit und Ordnung! Unordnung, unnötige Gegenstände oder Einkäufe sind Bürden für die Seele. Räume auf! Werfe weg! Und wenn du unbedingt etwas kaufst, kaufe dann Funktionelles, Nützliches und Schönes. Habe ich schon so gemacht. Kann und soll aber verfeinert werden. Urteil: Treffer.
10. Kümmere dich bewusst um deine eigene Laune: Lasse keinen Kleinigkeiten zu, dich aus der Bahn zu bringen! Brich bewusst negative Gedankenmuster durch Pausen, Erhöhen des Blutzuckerpegels oder frische Luft. Laufen hilft. Tief atmen auch. Urteil: Treffer.
Sieben Treffer und drei Fehlschüsse. Was auch immer das bedeutet.
2010 bleibe ich in der gleichen Spur. Hier einige halbneue zu verfolgende Ideen, die mit den Punkten 134578 verwandt sind:
- Schriftliche Jahrespläne für wichtige Teilbereiche schreiben, zumindest Runnismus und Furuvik (mein Zweitwohnsitz, in Finnland). Dies erleichtert die Quartalsplanung (wo weniger Punkte sein werden, die ich im Quartal sowieso nicht schaffe), sowie das Bitten um Hilfe von Erfahrenen.
- Stützgruppen einrichten, recht klar definierte Gruppen mit denen ich mich treffe und im Netz unterhalte. Auch diese für die wichtigsten Bereiche (Furuvik, Runnismus).
- Social Media systematisch einsetzen, also Facebook, Twitter, LinkedIn und Xing. Spaß muss sein und Spaß macht es, sich zu unterhalten, zu helfen, geholfen zu werden. Aber so wie mit der Email, gilt auch, dass die Distraktion minimiert werden muss.
- Ordnung hilft — im Leben, im Regal, im Rechner und überall. Es ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern des Seelensfriedens, des Zeitsparens und Vermeidens von Verschwendung.
Mal sehen wie das Jahr sich so entwickelt!
Foto: Julian Cash.

Mit schlechtem Gewissen bin ich gestern in Block A gegangen. Block A war für Leute mit Zielzeit unter 3:45, Block B für den Rest. Meine Bestzeit war 3:52:20 und die Zielzeit, die ich bei der Webseite von München Marathon angegeben hatte war 3:55. Dank perfekter Wetterbedingungen, wenigem Trinken und einer entspannten Laufeinstellung habe ich aber mein “Versprechen” an alle Mitläufer eingelöst und bin mit 3:43:42 ins Ziel gelaufen.
Die objektiven Fakten zuerst.
3. Spitze: Helsinki hat zumindest dieses Jahr den deutlich schnelleren Sieger, mit 2:22:32 über fünf Minuten schneller als München (2:28:11). Weder München noch Helsinki hatten heuer einen größeren Ansturm von Kenianern.
6. Geschwindigkeit: Die Läufer in München sind eindeutig viel ambitionierter oder zumindest schneller als die in Helsinki. In München war ich der 1956:e (der 1811. Mann, aber 145 Frauen waren schneller als ich). Dies bedeutet, dass 36 % schneller waren als ich. Mit einer 8 Minuten langsameren Zeit hatte ich in Helsinki aber nur noch 25 % vor mir (Platz 1228 von 4939 im Ziel).
8. Wetter: War perfekt in beiden Städten. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. In Helsinki zum Glück bewölkt (weil es ansonsten im August viel zu heiß geworden wäre), in München zum Glück sonnig (weil es ansonsten im Oktober viel zu kalt geworden wäre).
9. Olympia: Helsinki 1952, München 1972. Damit besteht in beiden Städten die Möglichkeit, das Ziel in ein Olympiastadion zu verlegen. Dies sollte nicht unterschätzt werden. Das Gefühl ist schon toll! Den Unterschied habe ich heuer deutlich in Helsinki gespürt, wo das Olympiastadion wegen Wartungsarbeiten geschlossen war.
11. Musik: München ist der eindeutige Sieger. Viel mehr Musi, dadurch auch mehr Stimmung. Dem Anlauf durch das große Marathontor im Olympiastadion kann man gefühlsmäßig kaum überbieten.
13. Verpflegung: Beides eindwandfrei. München wird aber nichtdestotrotz der eindeutige Sieger, weil Weihenstephaner Hefeweizen. Man stelle sich das als Finne vor: Zwischen km 37 und 38 wird Weißbier angeboten! Zwar alkoholfrei, aber immerhin. Mein Bauch ist bei Marathonläufen äußerst empfindlich und ich habe im Voraus lange gezögert. Hat aber ausgezeichnet geschmeckt, ohne einen Aufruhr im Bauch mit sich zu führen.
16. Geschenke: München ist der Sieger. Direkt nach dem Ziellauf nicht nur (wie in Helsinki) eine Medaille, sondern auch eine Gravur mit der Zeit. Nicht schlecht. Das Weihenstephaner Bier war aber als Sondermerkmal unübertreffbar.
17. Zum Schluss: Die Zeit. Wenn ich mich nur auf das Ergebnis konzentrieren würde, wäre der Sieger München, mit 8 Minuten 20 Sekunden. Ich habe nicht mehr trainiert und die äußeren Bedingungen waren auch gleich. Ich glaube, der Trick hieß weniger trinken. In München war es mir im Ziel auch nicht übel, sondern ich habe mich nur noch über das Erlebnis gefreut.
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Der Grund hat mit meinem Interesse für andere Länder, Kulturen und Sprachen zu tun. Durch meine Arbeit habe ich 





Ola Ahlvarsson, der Chef von 