Wednesday, 8 of September of 2010

Eyjafjalla: Eine Auslese meines deutschen Gezwitschere

Vom Sonntag den 11.4.2010 bis Donnerstag den 22.4.2010 habe ich (aus dem Konto @kajarno) insgesamt

  • 26 Mitteilungen auf Schwedisch
  • 41 Mitteilungen auf Deutsch
  • 69 Mitteilungen auf Englisch

getweetet (direkte Antworten nicht mit einbezogen), die meisten davon vulkanischer Natur.

Ähnlich wie die meisten deutschen Leser die englischen Tweets verstehen, begreifen die meisten schwedischen Leser sowohl Deutsch als auch Englisch. Dadurch erklärt sich die relativ geringe Anzahl schwedischer Tweets.

Datum und Zeit sind Ortszeit (Kalifornien mit 10 h Zeitunterschied zu Finnland, Chicago 7 h).

Freitag 16.4.2010

  • 7:07 Kaj Arnö wacht auf zum Tag 1 vom Abenteuer “finde einen Rückflug”. Falscher Kontinent, falsche Zeitzone, falsches Essen. #asche #island #lh #vulkan
  • 15:02 Liebe @lufthansa_de — jetzt würde ich persönliche Email keineswegs als Spam oder Belästigung sehen! #ashtag #LH459 #SFO-anstatt-MUC
  • 20:37 Kaj Arnö ist nicht überascht: Auch der heutige LH459 SFO-MUC wurde annulliert. Über-aschter wäre ich, wenn ich nach Europa gekommen wäre! #ashtag

Samstag 17.4.2010

  • 7:07 Kaj Arnö wacht auf auf dem falschen Kontinent aber freut sich über einen neuen Twitter-Follower: Deutsche Lufthansa (@Lufthansa_DE)
  • 8:18 Isländischen Müll besser trennen:
    Überr-
    aschung
  • 12:05 Sorry Lufthansa. Ist nicht böse gemeint. Ein bisschen Spaß muss sein, trotz Eyjafjall.
  • 19:12 Liebe @Lufthansa_de - ich will zwar am liebsten nach Hause, aber fürs Erste würde *irgendwo in Europa* reichen #ashtag #SFO #lassunslos
  • 23:15 Liebe @Lufthansa_de - es gibt LH-Passagiere in SFO. Es gibt LH-flieger in SFO. Es gibt offene flughäfen in Europa. Also nix wie los! #ashtag

Sonntag 18.4.2010

  • 6:39 Sitzen wir nur wegen Aberglaube und überzogene Vorsichtsmaßnahmen fest? (Focus:”Kritik am flugverbot wird laut”) http://is.gd/by87m #ashtag
  • 6:42 Liebe @Lufthansa_de - “Security Theater” beim Check-in ist eine Sache, aber *gar nicht zu fliegen* ohne wissenschaftliche Gründe? #ashtag
  • 6:45 Liebe @Lufthansa_de - es sind ja nicht Eure Politiker. Ihr habt also meine volle Unterstützung gegen Simulations-Wissenschaftler! #ashtag
  • 6:51 Lieber ein flug als ein fluch! RT @masamedia: Verdammter Mist! Oh Entschuldigung, es ist ja fluchverbot.
  • 8:11 Lieber keine Sonne in Minga, als Lost in California #ashtag

Montag 19.4.2010

  • 8:50 “Der nächste freie Mitarbeiter” war 45 Min. für mich “reserviert”. Na, eher der überüberüber…nächste. #lufthansa #ashtag
  • 8:52 Ich gebe auf, #lufthansa fragen zu können, ob LH459 mich heute von #SFO nach #MUC befördern möchte. #ashtag
  • 16:45 Kaj Arnö beobachtet aus seinem Iberiafenster in Chicago etwas Neues, Unerwartetes, Erfreuliches: einen beweglichen flieger von #Lufthansa #ashtag

Dienstag 20.4.2010

  • 08:16 Kaj Arnö freut sich riesig, in Madrid seinen Vaterkontinent wiederzusehen #Europa #Heimat #Erleichterung #ashtag
  • 12:03 Bilanz: @eyjafjall hat viel Asche gemacht, @lufthansa_de eher nicht. #ashtag #mitleid
  • 18:02 Kaj Arnö genießt ein Bad und den Luxus, einen stinknormalen Jetlag zu haben #ashtag #madrid #morgendahoam?
  • 20:56 Madrid, 20:54, Abendrot, Windstille, 19 Grad. Die Frisur hält. Und der morgige Rückflug? #ashtag

Mittwoch 21.4.2010

  • 09:23 *Noch* schaut es so aus, als ob IB3534 von Madrid nach München losfahren würde #ashtag
  • 09:40 Abt. “Hab *ich* es gut“: Frau neben mir, mit Kind, hat MAD-Anschlussflug um 15 Min verpasst. Vor 6 Tagen. Brasilienurlaub. #ashtag
  • 09:55 Purer Wahnsinn! Ich zähle über zehn leere Plätze im Iberia-flieger Richtung München! Wahrhaft unglaublich. #ashtag
  • 11:41 In MUC! Plan zu Hause: Kinder überraschen. Wäsche waschen. Weißbierflaschen! Ehefrau vernaschen. #ashtag http://twitpic.com/1gaa03
  • 11:48 Von wegen Sichtflug! Nix hat man durchs Fenster gesehen. Aber ich meckere nicht, Peter Ramsauer! #ashtag #heilfroh #wiederdahoam

Zwölf Schlussfolgerungen einer freigelassenen Vulkangeisel

Fünf Tage voll Ungewissheit, weit weg von zu Hause von einem isländischen Vulkan gefangen, geben reichlich Zeit zum Nachdenken. Hier ist mein Versuch am Tag nach der Heimkehr meine Schlüsse zu ziehen: teils auf persönlicher Ebene, teils allgemeinmenschlich, teils gesellschaftlich.

Was bisher geschah: Zehn Minuten vor dem Einsteigen des LH459 von San Francisco nach München wurde der Flug per SMS annulliert. Das war am Donnerstag den 15.4.2010 um 20:20 Uhr. Danach lebte ich in Ungewissheit in Flughafenhotels, zum Großteil 40 km südlich von San Francisco, um schließlich fünf Tage verspätet am Mittwoch den 21.4.2010 um 13:00 Uhr nach Hause zu kommen.

Persönliche Schlussfolgerungen

Schlussfolgerung 1: Verlorene Freiheit und Ungewissheit sind schwierig zu bewältigen. Eigentlich ging es mir ja die ganze Zeit gut. Kein körperliches Leiden, keine Schäden, kaum materielle Verluste. Trotzdem gehörte das Erlebnis zu den stärksten meines Lebens. Wozu dann das Gejammer? Die auf unbestimmte Zeit entzogene Freiheit. Unerfüllte Erwartungen.

Schlussfolgerung 2: Europa ist mein Heimatkontinent. Emotional gesehen war es fürchterlich, auf dem falschen Kontinent gestrandet zu sein, auf 9474 km Entfernung von zu Hause (SFO nach MUC). Das letzte Mal als Eyjafjalla einen Ausbruch hatte (1821-23), dauerte es fünfzehn Monate; diese Auskunft ergab ein Gefühl, potentiell für unzählige Wochen gefangen zu sein. Wie hätte man wissen sollen, wie lange die Langstreckenflüge eingestellt bleiben würden? Klar, die Erleichterung war enorm, nach Hause zu kommen. Jedoch galt die große Euphorie dem Wiedersehen von Europa in Madrid. Ich war gerettet! Immer noch 1481 km von zu Hause entfernt, aber diese Strecke hätte ich notfalls mit Zug, Bus, Auto oder gar mit dem Fahrrad meistern können. Leidensgefährten unter MySQLern haben mein Gefühl geteilt: zu Hause zu sein ist toll, aber schon alleine in Europa anzukommen noch toller.

Schlussfolgerung 3: Humor ist eine starke Waffe. Von Anfang an haben wir Gestrandeten Witze gemacht, manchmal mit schwarzem Humor der alles andere als druckreif ist. Mit “send cash not ash” fingen die Web-Witze an, aber die selbstgebastelten Witze haben für mehr Linderung gesorgt. Ein Arbeitskollege erzählte, dass der Volksmund in Göteborg von “überaschten” (”överaskade”, sprachlich vollkommen übereinstimmend) Leuten geredet hat. Dies habe ich etwas bavarisiert und zur Mülltrennungskampagne angepasst. Ich hoffe langsam Müllautos zu sehen, die mit meinen selbstgebastelten “ÜBERR- ASCHUNG”-Plakaten versehen sind. Besonders lustig war auch das dreiminütige isländische Terroristvideo, wo sie drohen, Seife in den Katla-Vulkan zu setzen, wonach wir jahrelang keinen Sommer mehr hätten.

Schlussfolgerung 4: Die Wahl der Sprache erzeugt Nähe und stärkt den Zusammenhalt. Um nackte Nachrichten über meine Situation zu erzählen hätte ich in Englisch über Twitter und Facebook kommunizieren können. Die Absicht mit der Kommunikation war aber, den emotionalen Abstand zu verkürzen und das seelische Wohlbefinden zu fördern. Dies erfordert ein gefühlsmäßiges Verhältnis zur Sprache. Bei mir bedeutete dies deshalb in erster Linie Schwedisch, in zweiter Linie Deutsch und zuallerletzt Englisch. Es hätte sich ganz falsch angefühlt, nur Englisch zu verwenden.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Schlussfolgerung 5: Der Mensch ist ein sozials Wesen und soziale Medien geben echte Linderung in “Not”. Facebook und Twitter wurden Rettungsringe für uns Vulkangeiseln. Ich bekam mehr Facebook-Ereignisse als je zuvor: 51 auf dem Wege von Chicago nach Madrid, 48 von Madrid nach München. Es fühlte sich sehr gut an zu wissen, dass jemand sich Gedanken gemacht hatte. Und dem Inhalt der Kommentare zufolge haben Leute sich tatsächlich Gedanken gemacht: “Man kommt ja kaum zum Arbeiten beim Verfolgen vom spannenden Feuilleton ‘kommt-Kaj-nach-Hause-oder-nicht-und-wann-und-wo-und-wie’”. Antwort: “Genau so ist es! Ist dies Real-Entertainment? (Entschuldige Kaj - vielleicht nicht aus Deiner Perspektive…)” wobei ein gestrandeter Leidensgenosse konstatiert hat: “Dann ist es eine schlechte Realityshow; egal wie sehr ich es versuche, hat niemand dafür gestimmt, dass ich nach Hause gesandt werde…”.

Schlussfolgerung 6: Die Charakterzüge des Individuums, starke wie schwache, werden durch die “Not” verstärkt. Stoische Ruhe konnte ich unter den normalerweise Ruhigen beobachten. Systematische Arbeit und Konzentration bei den sonst Konzentrierten. Dass ich Trost in Humor, in Schreiberei und in der Kommunikation mit Anderen gesucht habe, war auch kein Zufall. Leider habe ich auch eine Regression bei mir selbst gemerkt, in eine frühere Unsitte von oberflächlichen Web-Nachrichten abgelenkt zu werden, anstatt nach rationalem Denken einfach ungestört weiterzumachen.

Schlussfolgerung 7: Die Möglichkeit das Beste aus der Situation zu machen hängt von Einstellung, Charakter und Glück ab. Selbst hatte ich Kalifornien satt und habe in den USA besonders morgens die größten Schwierigkeiten, für mich genießbares Essen zu finden. Ich mag es auch nicht, auf Autos angewiesen zu sein. Ich hatte keine Lust, die Zeit damit zu vergeuden, mühsam die 40 km ins Zentrum von San Francisco zurückzulegen, zumal ich oft genug da war. Andere Gestrandeten empfanden die Situation genau umgekehrt. Sie sahen es als Glück an, ausgerechnet in San Francisco stecken zu bleiben. Gut war aus meiner Sicht, dass ich Laufsachen, Bücher und Notizen dabei hatte, sowie mit Auto fahrenden Kollegen in der Nähe gemeinsam laufen und essen gehen konnte.

Schlussfolgerung 8: Wunschdenken ist üblicher als Panikmache. “Wieviele Stunden verspätet wirst Du denn sein?” war am Anfang eine typische Frage. Als die Stunden zu Tagen von Ungewissheit aufgrund des gesperrten Luftraums wurden, kamen Fragen wie “Bist Du schon weiter gekommen?” oder “Weißt Du wann Du wieder da bist?”, obwohl niemand wusste, wann man wieder fliegen durfte.

Gesellschaftliche Schlussfolgerungen

Schlussfolgerung 9: Fliegerei, besonders bei Touristen, wird zurückgehen. Sowohl rationale als auch irrationale Gründe sprechen dafür, weniger zu reisen. Selbst werde ich lange nachdenken, bevor ich das nächste Mal Europa verlasse. Andere werden sogar innereuropäische Reisen meiden.

Schlussfolgerung 10: Der Sinn mancher Versicherungen wird in Frage gestellt. Versicherungen sind da, um das Risiko im Ernstfall zu minimieren. Wie Financial Times Deutschland sagt: alle sind betroffen, nur die Versicherer nicht, denn viele Ereignisse wie Vulkanausbrüche sind im Kleingedruckten erwähnte Ausnahmen. Kunden hinterfragen dann den Mehrwert des Versichertseins.

Schlussfolgerung 11: Soziale Medien gewinnen immer mehr Bedeutung. Auch wenn Lufthansa während Eyjafjallas Eruption erbärmlich kommuniziert hat, zeigt es sich, dass KLM schon jetzt genau das umgesetzt hat, wozu ich Lufthansa die letzten Tage andauernd und meckernd aufgefordert habe. KLM zwitschert aktiv bei Twitter, eine gute Facebook-Seite (ich wurde die 38704. Person, sie zu mögen), ein tolles YouTube-Video mit dem Geschäftsführer. Und das in schwierigen Zeiten erzeugte Gefühl der Zugehörigkeit wird anhalten, auch wenn die Asche weg ist.

Schlussfolgerung 12: Die Einschätzung der Risiken werden rationaler. BBCs Frage ob es gefährlicher ist, Auto zu fahren, als durch Aschenwolken zu fliegen betont das Unethische im populistischen Wiederholen von “die Sicherheit kommt an erster Stelle”, da wir irrationalen Menschen problemlos andere Gefahren erlauben, wie z.B. Autos schnell fahren, Rauchen, Alkohol und ungesundes Essen, die allesamt wesentlich mehr Menschenleben kosten als der Flugverkehr. Auch die sogenannten “Sicherheitskontrollen” bei den Flughäfen werden einfacher zu hinterfragen, da wir Passagiere mit den neu gewonnenen Erfahrungen weniger gutgläubig werden.


Liebe Lufthansa, worauf sollte ich mich einstellen?

Redwood Shores, den 16.4.2010

Liebe Lufthansa,

es ist nicht Euer Vulkan. Ich war deshalb positiv überrascht, nachdem LH459 SFO-MUC gestern (Donnerstag 15.4.2010) annulliert wurde, dass Ihr letzte Nacht meine Hotelkosten übernommen habt. Ich bin auch dankbar, dass Eure Prioritätenreihenfolge richtig ist: 1. Sicherheit, 2. Pünktlichkeit, 3. Service, 4. Alles andere. Genau nach meinem Geschmack. Ich fliege sehr gerne Lufthansa, vor allem wenn ich den Atlantik überqueren muss.

Ich verstehe auch, dass die jetzige Situation wegen Eyjafjallajökull sehr belastend und unvorhersehbar für Euch ist. Ich beneide Euch nicht!

Aber trotzdem.

Unter normalen Umständen werde ich Eurerseits von Informationen überhäuft. Eindeutig mehr als unbedingt sein muss. Jetzt bekomme ich aber weitaus weniger Nachrichten von Euch, als ich gerne hätte.

Ich erwarte ja keine guten Nachrichten. Wie gesagt, es ist ja nicht Euer Vulkan. Ihr könnt nichts dafür. Ich möchte aber wissen, worauf ich mich einstellen soll.

Zum Thema Eyjafjallajökull habe ich von Euch insgesamt nur eine einzige automatische Mitteilung erhalten:

  1. “Ihr Flug LH459 SFO-MUC 15Apr 21:00 wurde leider annulliert! Für weitere Informationen rufen Sie bitte an: +491803xxxxx.”

Den Rest habe ich auf Umwege erfahren, erst durch eine schlecht hörbare Durchsage, danach entweder von anderen Passagieren oder in Einzelgesprächen mit Lufthansa-Repräsentanten bzw. Hotelpersonal.

Echte zwischenmenschliche Kommunikation schätze ich schon, aber für Gewissheit und kürzere Wartezeiten bzw. Schlangen bin ich bereit, weit mehr Infos über SMS oder Email zu empfangen:

  1. “Ihr Flug LH459 SFO-MUC 15Apr 21:00 wurde leider annulliert! Bitte zum Check-In-Schalter gehen und für Hotelübernachtung eintragen lassen. Ihr bereits eingechecktes Gepäck können Sie unten eine Etage tiefer abholen.”
  2. “Lufthansa übernimmt die Kosten für die erste Übernachtung, das Mittagessen heute abend und das Frühstück morgen früh.”
  3. “Ein Shuttle von dem jeweiligen Hotel holt Sie vor dem Flughafeneingang zum Hotel ab. Bitte stellen Sie sich auf etwas Warten ein, da der Shuttle wegen der vielen Passagiere mehrmals fahren muss.”
  4. “Wir verstehen, dass Sie wissen wollen, wann Sie wieder nach München fliegen können. Leider können wir dies noch nicht sagen, da wir es nicht wissen. Wir halten Sie jedoch über SMS auf dem Laufenden.”
  5. “Leider konnte der LH458 von MUC nach SFO auch nicht starten. Deshalb kommt es wahrscheinlich zu längeren Wartezeiten.”
  6. “Der morgige LH459-Flug SFO-MUC 16Apr ist leider ausgebucht, wenn er überhaupt starten kann. Deshalb sind Sie für morgen nur auf der Warteliste. Obwohl Sie Senator-Mitglied sind, ist der erste platzmäßig verfügbare Rückflug für Sie erst am Montag 19Apr (natürlich unter Vulkanvorbehalt). Bis dahin sind Sie auf der Warteliste. Sollte ein Platz frei werden, melden wir uns rechtzeitig über SMS.”
  7. “Bei der Lufthansa sind wir zwar weder Geologen och Meteorologen, haben aber einige für Sie möglicherweise interessanten Informationen hier zusammengestellt: http://www.lufthansa.de/eyjafjalla” [Bilder, Texte, Links zu Wikipedia usw.]
  8. “Wenn Sie sich zur jetzigen Lage über Twitter informieren wollen, beachten Sie folgendes: * Wie immer hören wir besonders zu, wenn Sie mit #lufthansa oder an @lufthansa_de twittern; * In Twitter hat sich #ashtag als Tag bewährt; Unter Facebook haben wir die feste Seite Facebook.com/Lufthansa_Vulkanasche angelegt”
  9. “Auch der heutige Flug LH459 SFO-MUC 16Apr 21:00, auf dem Sie auf der Warteliste waren, wurde leider annulliert. Sie sind nach wie vor auf der Warteliste für die nachfolgenden Tage und auf dem Flug Montag 19Apr gebucht. Wir bedauern die Umstände.”

Vorher beim Vortrag über MySQL (Foto: James Duncan Davidson)

Nachher am SFO (Selbstbildnis mit Nokia E72)

Statt den obigen fiktiven SMS-Mitteilungen (gut, die weniger dringenden hätten auch über Email gesendet werden können) habe ich

  • trotz mehreren Versuchen wegen (verständlicher) Überlastung keine Antwort über der am Schalter gegebenen amerikanischen 800-Nummer bekommen
  • erst nach vielen Versuchen auf der +49 1803-Senator-Nummer eine Antwort bekommen
  • die Senator-Nummer-Frau freundlich gefragt, worauf ich mich einstellen soll, aber erstmal keine vernünftige Antwort bekommen, sondern habe lange Punkt 6 oben herausfischen müssen
  • mich von derselbigen Senator-Nummer-Frau belehren müssen, was “gestern” und was “heute” ist, obwohl Ihr selbst die Begriffe im Netz auf der Seite http://www.lufthansa.com/online/portal/lh/de/info_and_services/flightinfo/arrivals_departures/ anders verwendet
  • mich geärgert, weil dieselbe Senator-Nummer-Frau meine Frage nach dem Vorrang der Passagiere ihrem Tonfall nach für überflüssig oder einfältig gehalten hat (mir war es nicht selbstverständlich, dass die nicht beförderten Pechvogelpassagiere, die schon x-mal 24 Std. in SFO gewartet haben, keinen Vorrang über die Duselpassagiere haben, die zufälligerweise den ersten stattfindenden Nach-Eyjafjalla-Flug gebucht haben)
  • im Hotel Sofitel (danke nochmals für die Übernachtung!) plötzlich einen Anruf von der Rezeption bekommen, ob ich für soundso viele Dollar das Zimmer für noch einen Tag behalten möchte, ohne Zusatzinformationen von Euch erhalten zu haben

Ich habe es schon zweimal gesagt und ich sage es nochmal: Es ist nicht Euer Vulkan. Insgesamt bin ich mit Euch bei der Lufthansa sehr zufrieden. Darüber hinaus bedaure ich Eure finanziellen Schäden, die Ihr selbst keineswegs verursacht habt. Es tut mir Leid.

Aber ein bisschen frequentere, ausführlichere und gezieltere Informationen würden guttun. Ich glaube dies würde nicht nur meine Nerven schonen, sondern auch Eure eigenen Kosten sparen!

Mit freundlichen Grüßen,

Kaj Arnö, Lufthansa Senator-Mitglied

P.S. Falls Ihr Schwedisch liest, gibt es hier einen Bericht darüber, wie ich meine Situation empfinde (allgemein, nicht Lufthansabezogen): http://blogs.arno.fi/fib/2010/04/16/i-vantans-tider-lh459-aska/


Baden in der Ostsee bei minus sechs Grad

Auch im Winter kann man in der Ostsee baden. Heute waren es minus sechs Grad in Nagu, strahlende Sonnenschein und Windstille.

Es ist nicht weit von der Sauna zu dem Eisloch und wegen der Wetterbedingungen wurde man nicht mal abgekühlt.

Dann nichts wie ab ins Eisloch (ein Eisloch nennt sich “vak” im Schwedischen).

Das einzig Kalte danach sind die Füße.

Die Taucherschuhe sind, wie zu erwarten, wasserfüllt. Das Wasser ist kalt und nass; ich bevorzuge, das Wasser auszugießen, anstatt es mit den Füßen zu wärmen.

Nachdem ich das Wasser entsorgt habe, kann ich getrost den Endorfinenrausch genießen.

Es gab keinen Bedarf, die Gesichtszüge für die Kamera künstlich aufzubereiten. Das Lächeln kam von alleine.

So fühlt es sich nach dem Winterbaden an!

Es war das erste Winterbaden des Jahres; als ich kam gab es nur zwei andere auf der Herrenseite. Die Bilder sind beim ersten Badegang entstanden. Das zweite und dritte mal war ich alleine, das vierte Mal mit Larry Lindroos, dem Mann der mir das ganze Winterbaden vor ein paar Jahren beigebracht hat.


Neujahrsvorsätze 2009 und 2010: Zehn Originale und vier Beilagen

Vor einem Jahr, Anfang Januar 2009, habe ich einen Blogeintrag “Kajs zehn Neujahrsvorsätze: Über die irrationale Psyche des Menschen” geschrieben. Vorsätze, die nur tote Texte sind, taugen nicht; folglich möchte ich mir selbst beichten, wie es ging und Rückschlüsse ziehen:

1. Die Macht der Gewohnheit ist groß: Beginne regelmäßig mit einer neuen guten Gewohnheit an! Definiere bewusst eine für dich sinnvoll erscheinende Gewohnheit. Mache dir darüber Gedanken, wie du dich am besten davon selbst überzeugst. Direkt neue Gewohnheiten habe ich keine angefangen. Aufs Neue 2010! Urteil: Fehlschuss.

2. Selbstsicherheit führt zu Selbstsicherheit: Trete selbstbewusst auf! Aber wage auch, mögliche Dummheiten zu machen. Ohne Risiken zu nehmen, lernst du kaum Neues. Naja, ich habe angefangen, eine neue Weltreligion zu verkünden, was sowohl selbstsicher als auch dummdreist ist. Urteil: Treffer.

3. Lege deine persönlichen Prioritäten fest! Wie wichtig sind Freunde? Ehe? Kinder? Familie? Verwandte? Gesundheit? Arbeit? Geld? Verteile dann die knappen Ressourcen (Zeit, Aufmerksamkeit, Geld) in erster Linie für das Wichtigste. Hier habe ich einige Fortschritte gemacht. Wird dieses Jahr fortgesetzt! Urteil: Treffer.

4. Lebe wie du lehrst: Lege Quartalsziele auch im Privatleben fest! Ein Quartal dauert lange genug für das Erreichen langfristiger Ziele erreicht, aber auch kurz genug, sodass Wunschdenken früh genug auffällt. Ja, private Quartalsziele habe ich festgelegt. Ja, es fühlt sich richtig an. Urteil: Treffer.

5. Konzentriere dich bewusst auf das Wesentliche: Nehme es zur Gewohnheit, persönliche Quartalsziele wöchentlich grob und am Ende des Quartals genau zu verfolgen! Ja, genau das habe ich getan. Urteil: Treffer.

6. Wandle lästige oder unangenehme Arbeit in ertragbare oder sogar angenehme Aufgaben um! Mache daraus etwas Soziales (und teile die Bürde). Belohne dich für erledigte Lästigkeiten. Konzentriere das Unangenehmste auf eine “mutige Stunde” pro Tag. Zu wenige und zu kleine Fortschritte. Urteil: Fehlschuss.

7. Bitte erfahrene Leute um Hilfe! Schon alleine das Formulieren der Bitte hilft oft weiter. Und die Hilfestellungen halten die Räder am Rollen. Ja genau! Nur noch weiter so. Urteil: Treffer.

8. Siehe zu, dass wichtige Sachen auch dringend erscheinen! Erstelle (bei Bedarf künstliche) Impulse, die dich auf das Wesentliche fokussieren: Hilfeleistungen anderer Leute, zugesagte Teillieferungen, Besprechungen, vorbereitete Gesprächsthemen. Dies habe ich nicht konsequent genug durchgeführt. Urteil: Fehlschuss.

9. Ästhetische Werte sind ansprechend: Umgebe dich mit Schönheit, Unkompliziertheit und Ordnung! Unordnung, unnötige Gegenstände oder Einkäufe sind Bürden für die Seele. Räume auf! Werfe weg! Und wenn du unbedingt etwas kaufst, kaufe dann Funktionelles, Nützliches und Schönes. Habe ich schon so gemacht. Kann und soll aber verfeinert werden. Urteil: Treffer.

10. Kümmere dich bewusst um deine eigene Laune: Lasse keinen Kleinigkeiten zu, dich aus der Bahn zu bringen! Brich bewusst negative Gedankenmuster durch Pausen, Erhöhen des Blutzuckerpegels oder frische Luft. Laufen hilft. Tief atmen auch. Urteil: Treffer.

Sieben Treffer und drei Fehlschüsse. Was auch immer das bedeutet.

2010 bleibe ich in der gleichen Spur. Hier einige halbneue zu verfolgende Ideen, die mit den Punkten 134578 verwandt sind:

  • Schriftliche Jahrespläne für wichtige Teilbereiche schreiben, zumindest Runnismus und Furuvik (mein Zweitwohnsitz, in Finnland). Dies erleichtert die Quartalsplanung (wo weniger Punkte sein werden, die ich im Quartal sowieso nicht schaffe), sowie das Bitten um Hilfe von Erfahrenen.
  • Stützgruppen einrichten, recht klar definierte Gruppen mit denen ich mich treffe und im Netz unterhalte. Auch diese für die wichtigsten Bereiche (Furuvik, Runnismus).
  • Social Media systematisch einsetzen, also Facebook, Twitter, LinkedIn und Xing. Spaß muss sein und Spaß macht es, sich zu unterhalten, zu helfen, geholfen zu werden. Aber so wie mit der Email, gilt auch, dass die Distraktion minimiert werden muss.
  • Ordnung hilft — im Leben, im Regal, im Rechner und überall. Es ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern des Seelensfriedens, des Zeitsparens und Vermeidens von Verschwendung.

Mal sehen wie das Jahr sich so entwickelt!

Foto: Julian Cash.


München oder Helsinki: Ein Marathonvergleich

Mit schlechtem Gewissen bin ich gestern in Block A gegangen. Block A war für Leute mit Zielzeit unter 3:45, Block B für den Rest. Meine Bestzeit war 3:52:20 und die Zielzeit, die ich bei der Webseite von München Marathon angegeben hatte war 3:55. Dank perfekter Wetterbedingungen, wenigem Trinken und einer entspannten Laufeinstellung habe ich aber mein “Versprechen” an alle Mitläufer eingelöst und bin mit 3:43:42 ins Ziel gelaufen.

Thema dieses Blogeintrags ist jedoch der Vergleich zwischen meinen beiden letzten Marathonläufen: Helsinki 15.8.2009 und München 12.10.2009. Welche Stadt macht mehr Spaß? Welcher Marathonlauf ist besser organisiert? Wie unterscheidet sich das Ambiente?

Die objektiven Fakten zuerst.

1. Tradition: Die Marathonläufe sind in etwa gleich alt, Helsinki etwas älter. Dieses Jahr war der 29. Helsinki City Marathon, und der 24. München Marathon. Damit feiern beide 2010 runde Zahlen.

2. Größe: Die Marathonläufe sind in etwa gleich groß, München etwas größer.  Die jeweiligen Pressemitteilungen sprechen von 6472 Startern (München) bzw. 6041 Startern (Helsinki).

3. Spitze: Helsinki hat zumindest dieses Jahr den deutlich schnelleren Sieger, mit 2:22:32 über fünf Minuten schneller als München (2:28:11). Weder München noch Helsinki hatten heuer einen größeren Ansturm von Kenianern.

4. Ausländer: München hat die Nase vorn mit Teilnehmern aus 61 Ländern, Helsinki aus 46.

5. Finisher: Bei beiden Läufen lag der Anteil Angekommene bei gut 80%. In München kamen 5397 von 6472 Angemeldeten an (83,4%), proportional etwas mehr als in Helsinki (4939 von 6041 Angemeldeten ergibt 81,8%).

6. Geschwindigkeit: Die Läufer in München sind eindeutig viel ambitionierter oder zumindest schneller als die in Helsinki. In München war ich der 1956:e (der 1811. Mann, aber 145 Frauen waren schneller als ich). Dies bedeutet, dass 36 % schneller waren als ich. Mit einer 8 Minuten langsameren Zeit hatte ich in Helsinki aber nur noch 25 % vor mir (Platz 1228 von 4939 im Ziel).

Kommen wir dann zu den etwas subjektiver empfundenen Fakten.

7. Start: München ist in zwei Blöcke eingeteilt, A für Schnellere und B für Langsamere. Es scheint jedoch als ob die Selbsteinschätzung in München wesentlich mehr Wunschdenken beinhalten würde. In Helsinki bin ich hinter den 3:45-Pacemakers (in Finnland nennen wir sie Hasen) gestartet, war aber nach nur noch 35 Sekunden Wartezeit über die Startlinie. In München war ich (wie gesagt, mit schlechtem Gewissen) bei den 3:30-Hasen und erst nach 1 Minute 31 Sekunden über die Startlinie. Zu einem erheblichen Teil liegt dies natürlich an Punkt 6 oben, also die schnelleren Läufer in München.

8. Wetter: War perfekt in beiden Städten. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. In Helsinki zum Glück bewölkt (weil es ansonsten im August viel zu heiß geworden wäre), in München zum Glück sonnig (weil es ansonsten im Oktober viel zu kalt geworden wäre).

9. Olympia: Helsinki 1952, München 1972. Damit besteht in beiden Städten die Möglichkeit, das Ziel in ein Olympiastadion zu verlegen. Dies sollte nicht unterschätzt werden. Das Gefühl ist schon toll! Den Unterschied habe ich heuer deutlich in Helsinki gespürt, wo das Olympiastadion wegen Wartungsarbeiten geschlossen war.

10. Route: Beide sind toll. Bei beiden Städten sieht man die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt; obwohl ich patriotisch bin, gebe ich zu, dass München da der Sieger ist. In beiden Städten läuft man durch die Natur; da ich Wasser sehr schätze, gewinnt Helsinki hier (trotz des Englischen Gartens) deutlich. In Helsinki sieht man die Spitzenläufer später bzw. besser, was toll ist. In München ist die Strecke flacher — etwa gegen km. 38 geht es in Helsinki ordentlich Berg auf (Tilkka), was vielen (einschließlich mir selbst) zum Gehen animiert.

11. Musik: München ist der eindeutige Sieger. Viel mehr Musi, dadurch auch mehr Stimmung. Dem Anlauf durch das große Marathontor im Olympiastadion kann man gefühlsmäßig kaum überbieten.

12. Anfahrt: Helsinki war zumindest für mich deutlich bequemer. MVV in aller Ehren, aber die Entfernung zu öffentlichen Verkehrsmitteln fühlt sich in München vor allem am Ende sehr groß an. Da sind die Abstände in Helsinki wesentlich überschaubarer.

13. Verpflegung: Beides eindwandfrei. München wird aber nichtdestotrotz der eindeutige Sieger, weil Weihenstephaner Hefeweizen. Man stelle sich das als Finne vor: Zwischen km 37 und 38 wird Weißbier angeboten! Zwar alkoholfrei, aber immerhin. Mein Bauch ist bei Marathonläufen äußerst empfindlich und ich habe im Voraus lange gezögert. Hat aber ausgezeichnet geschmeckt, ohne einen Aufruhr im Bauch mit sich zu führen.

14. Chiprückgabe: Helsinki ist der eindeutige Sieger. Die Chips gibt man sofort zurück, nach dem Zielgang. In München muss man dahingegen gefühlte fünf Kilometer auf müden Beinen zurücklegen, um irgendwo weit, weit weg seinen Chip abzugeben. Dies war für mich der einzige große Minuspunkt von München.

15. Duschen, Baden, Sauna: Helsinki ist der Sieger. Beide bieten Duschen in einem olympischen Schwimmbad an. Bedingt durch die kulturellen Unterschiede beinhaltet dies aber in Finnland automatisch einen Saunagang. Und was für eine Stimmung in der Sauna! Zufriedene Gesichter, Vergleich von Zeiten, Ermunterung. Freude pur in bis zum letzten Zentimeter gefüllten Saunen. Ich habe (zum Aufpreis von 12,80 €) auch in München die Sauna besucht. Eine Ort der Stille. Eine Mehrheit von Nicht-Marathonläufern. Zur Regeneration perfekt, aber nicht unbedingt als Teil des Marathonerlebnisses.

16. Geschenke: München ist der Sieger. Direkt nach dem Ziellauf nicht nur (wie in Helsinki) eine Medaille, sondern auch eine Gravur mit der Zeit. Nicht schlecht. Das Weihenstephaner Bier war aber als Sondermerkmal unübertreffbar.

17. Zum Schluss: Die Zeit. Wenn ich mich nur auf das Ergebnis konzentrieren würde, wäre der Sieger München, mit 8 Minuten 20 Sekunden. Ich habe nicht mehr trainiert und die äußeren Bedingungen waren auch gleich. Ich glaube, der Trick hieß weniger trinken. In München war es mir im Ziel auch nicht übel, sondern ich habe mich nur noch über das Erlebnis gefreut.

Mir, als bekennender Runnist, geht es jedoch nicht um die Zeit. Es geht um den Laufspaß. Der war aber in Helsinki und in München genauso groß. Beide Marathonläufe sind eine Reise wert!

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Käthe Arnö 30.3.1925-29.8.2009

Lange habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich meinen Freunden und Bekannten erzählen sollte, dass meine Mutter gestorben ist. Ich fand es nicht passend, so etwas über ein Bloggeintrag zu veröffentlichen; es war mir zu privat.

Dann habe ich aber die Todesanzeige in Hufvudstadsbladet gesehen. “Husis” ist die finnlandschwedische Zeitung par excellence, wo solche familienbezogene Nachrichten seit Generationen verkündet werden. Da in der jetzigen Generation nicht mehr alle Freunde und Bekannte über Husis erreicht werden, habe ich mich für ein Gegenstück im Blog entschieden. Hier aber zuerst das Original aus Husis:

Meine Mutter wurde 84 Jahre alt. Sie war geistig und gefühlsmäßig voll dabei, auch noch auf ihrem Sterbebett. Ich hatte das Glück, zusammen mit Alexander mit ihr fast zwei Stunden lang diskutieren zu können, und zwar in der gleichen Nacht als sie um 3:15 Uhr von uns gegangen ist.

Die Beerdigung fand eine Woche später in Lovisa statt. Ihre Urne werden wir diesen Samstag in ihr Grab in Nagu beisetzen. Zufälligerweise waren wir in Nagu als alles passiert ist; wir sind dann noch eine Woche geblieben. Nach der Beerdigung waren Kirsten und ich eine knappe Woche in Kroatien (Krk, Porec), wie schon vor Monaten geplant; langsam kehrt der Alltag zurück.

Hier ein aus dem Schwedischen übersetzter Auszug aus meiner Gedächtnisrede bei der Beerdigung. Das Wort “Famo” habe ich unverändert gelassen; es bedeutet wortwörtlich “Oma väterlicherseits” und kommt aus den Worten für “Vaters Mutter”.

Liebe Beerdigungsgäste
Alexander und Sophia

Famo möchte, dass wir froh sind. Ihr Wesen hat es uns allen leicht gemacht, ihr zu Lebzeiten zu gefallen. Jetzt, da sie von uns gegangen ist, fühlt es sich schwer an, diesen Wunsch zu erfüllen.

Nichtsdestotrotz haben wir sehr viel, worüber wir froh sein können.

Wir können mit Famos Worten auf ihrem Sterbebett anfangen: “Ich bin mit meinem Leben zufrieden“. Wirklich nicht jeder ist mit seinem Leben zufrieden. Ich bin darüber froh, dass sie es war. Ich bin auch froh, dass ihr eine lange und sehr glückliche Ehe mit Fafa vergönnt war.

Alexander und ich durften persönlich von ihr Abschied nehmen als sie noch zugehört und geantwortet hat. Im Auto auf dem Weg in die Klinik, als wir noch nicht wussten, ob wir rechtzeitig ankommen würden, hatten wir genügend Zeit, uns zu überlegen, was wir sagen wollten — so dass es nicht so lange warten musste, bis wir auf vollkommen taube Ohren stoßen würden. Aber wir kamen rechtzeitig an und konnten das sagen, was wir uns vorgenommen hatten, so dass Famo es hören und beantworten konnte.

Obwohl ich jetzt nicht besonders froh klinge, ist unsere Möglichkeit, einen ordentlichen Abschied zu nehmen, etwas, worüber wir ausgesprochen froh sein können. Famo hat uns bestens auf die Zeit nach ihrem Tot vorbereitet. Über alles haben wir reden können. Dass wir bei der Urnenbeisetzung “Famo ist jetzt froh” denken sollen. Welches Bestattungsinstitut wir wählen sollen. Und vor allem dass wir sehr froh und dankbar sind, für ihr Einsatz, ihr Leben, ihr Wesen, ihre Inspiration, ihr Beurteilungsvermögen.

Ich bin froh, dass sie ihren Willen bekommen hat, dass ihr Leiden ein Ende bekommen hat.

Ich bin froh, dass sie ihr ganzes Leben zu Hause wohnen durfte. Ich bin froh und stolz, dass sie tapfer ausgehalten hat, fast blind und taub zu werden. Ich bin froh, dass sie das Meiste im Leben mit guter Laune und Humor füllen konnte. Einige knappe Wochen vor ihrem Tod, als sie bei uns in ihrem alten Haus in Nagu zu Besuch war, sagte Alexander “Es ist wohl so, dass Du besser hören als sehen kannst?”. Famos Antwort war “Wie?”. Aber eine Sekunde später wurde ihr klar was Alexander gefragt hat und daraufhin haben Famo, Alexander und Sophia herzlich zusammen gelacht.

Ich bin froh, dass sie ihr ganzes Leben lang klar im Kopf bleiben durfte. Sie war etwas besorgt, dass sie senil werden würde, aber vielleicht ist das Grundvoraussetzung, um nicht senil zu werden.

Ich bin froh, dass sie so positiv war. “Ich bin ein unverbesserlicher Optimist”, pflegte sie zu sagen. Sie war ein Meister der Kunst, Geschehnissen eine positive Darstellung zu geben, das Helle im Dunklen zu finden. Ohne dieses Vermögen hätte sie mit Sicherheit nicht so lange gelebt.

Ich bin froh, dass sie immer auf dem Laufenden war. Sie hat seit den frühen 1980ern Computerspiele gespielt, zuerst auf meinem ABC80 und ABC800. Danach hat sie Montys Commodore gekauft. Danach wurden es einige Windows-Rechner, und mit der Zeit kamen Internet, Surfen, Email und Skype ins Bild. Gesurft und geskypt hat sie noch die letzten Tage ihres Lebens, auch wenn es Ewigkeiten gedauert hat, mit der Lupe die Tasten zu finden bzw. die Überschriften zu lesen. Mit stoischer Ruhe hat sie festgestellt, dass sie unbegrenzt viel Zeit in Wikipedia hätte verbringen wollen, denn die interessanten Teile der Nationalenzyklopädie hätte sie schon längst auf DVD durchgeblättert, “aber ich kann ja nicht sehen”.

Sie hatte stets anderen Leuten Vorrang vor ihren eigenen Bedürfnissen gegeben und nie vollkommen verstanden, wie großen Einfluss sie dadurch gewonnen hat. “Das Volk Finnlands soll von vorne geführt werden” waren General Adolf Ehrnrooths Worte und genau dies hat Famo getan. Ihre Leitereigenschaften bestanden aus Demut, Bescheidenheit, Respekt, Rücksicht, Hilfsbereitschaft und Empathie. Ich habe ihr erklärt, dass das Ausmaß, in dem ich ein guter Vater bin, ausschließlich auf ihr Vorbildsfunktion beruht. Ihre Reaktion darauf war nicht in erster Linie Stolz, sondern eine gewisse Bedrücktheit, dass ich in meinem Gedanken nicht genügend Rücksicht auf meinen Vater genommen habe.

Dies war ein längerer Auszug aus der Gedächtsnisrede. Ich habe versucht, solche Teile zu wählen, die meine Mutter als Person beschreiben, ohne zu viel vom Privaten zu verraten. Anfangs wollte ich überhaupt nichts im Web sagen, aus Respekt davor, dass sie es vielleicht als mit ihrer Bescheidenheit nicht zu vereinbarende Selbstgefälligkeit sehen würde. Ich habe mich entschieden, den obigen Text trotz allem zu veröffentlichen, weil ich wollte, dass meine Freunde und Bekannte wissen, einsehen und verstehen sollten, was mich als Person zutiefst geprägt hat.

Zum Schluss möchte ich allen danken, die uns ihr Beileid ausgesprochen haben. Es tut weh, sein vorderstes Vorbild im Leben zu verlieren.


Ein großes Dankeschön an die anwachsende Runnisten-Gemeinschaft!

Zur #Twittwoch-Veranstaltung 22.7.2009 bin ich gegangen, weil ich davor schon bei einem gemütlichen #Twittagessen war und in einer kleinen Runde über meine bescheidenen Weltreligionspläne reden konnte. Ich dachte, der größte Unterschied zwischen einem #Twittwoch und einem #Twittagessen sei die Möglichkeit, einen Vortrag zu halten bzw. Folien zu zeigen. Stimmt bedingt. Beim #Twittwoch gab es auch fünfmal so viele Leute; darüber hinaus wurde der Vortrag gefilmt.

Deshalb musste ich schnell mein Vorhaben, insgeheim wenigen Leuten meine Pläne zu zeigen, erweitern. Ich wollte einen kleinen Kreis um Ratschläge bitten — statt dessen habe ich unverhofft von einem großen Kreis spontane Gezwitscher-Hilfe bekommen!

  • Erstmal: Schönen Dank an Mirko Lange (@talkabout) und Thomas Pfeiffer (@codeispoetry) dafür, dass ich den Vortrag halten durfte und dass Ihr darüber gezwitschert bzw. positiv geredet habt.
  • Zweitens: Schönen Dank an Cirquent (@cirquent) / Meike Leopold (@leopom) für den ersten Blogeintrag über den Runnismus (für einen Auszug daraus, siehe unten)
  • Drittens: Schönen Dank an Jens Mutschke (@Clipflakes) für das Filmen, ins Web stellen und Zusammenknüpfen mit fünf anderen Runnismus-Filmen bei Clipflakes.tv
  • Viertens: Schönen Dank an Tobias Schlosser (@tornedo) für die Anmeldung zum Achenseelauf mit ‘Die Runnisten’ als Verein
  • Fünftens: Schönen Dank an das #Twittwoch-Publikum, u.a. an @ApfelMuse, @ProduktLeidwolf, Raimund Verspohl (@verspohlgrafix), Bastian Stein (@GreenAcid), Dirk Cloos (@dcloos), Julia Richter (@Julia_MUC), Hartmut Ulrich (@8mt), Raoul Fischer (@raoul64), Anya Rutsche (@Angel_ita), @cfaltin, Jens Arne Männig (@maennig), Zehra Achtoanafuchzg (@Zehra851), Roland Riethmüller (@roliri), Stefan Oßwald (@denQuer), Florian Bergmann (@flobby), Alexander Greisle (@agreisle), @Mellcolm für das ermutigende Gezwitscher
  • Sechstens: Schönen Dank an Klaus Eck (@klauseck), Susanne Westphal (@SueWestCom), Nils Hitze (@kojote), Ricarda Hollweg (@TheDesertrose) und Stephan Goldmann (@TriathlonTipps) für die ersten Empfehlungs-Tweets von Nicht-Anwesenden beim Ankündigungsvortrag
  • Siebtens (der Runnismus hat bekanntlich genau sieben Beine): Schönen Dank an alle Follower (z.Zt. 43 — in <72 Std.) und alle andere, die beigetragen haben (und zwar besonders Periklis Tsirakidis, der mir die Begriffe von Αθλημα / Athima / Sport und Παίδεια / Pedia / Bildung auf Neu- und Altgriechisch erklärt hat)!

Und, was passiert demnächst mit dem Runnismus? Für August plane ich, mehr Inhalt zu schreiben, eine Runnismus-Webseite auf die Beine zu stellen, bzw. einen ersten Runnismus-Film zu drehen. Mal schauen!

Auszug aus dem Cirquent-Blog: Neues vom Twittwoch in München (das Hervorheben mit Fettdruck stammt von mir)

Ein paar Anmerkungen nach dem gestrigen Twittwoch in der Niederlassung in München müssen einfach sein, auch wenn bei mir noch so einiges andere auf dem Schreibtisch liegt. Wann kommt es schließlich schon mal vor, dass man live dabei sein darf bei der Verkündung einer neuen Weltreligion? Und das einen Tag vor dem B2Run in München! Von den Vorteilen seines Runnismus überzeugte Kaj Arnö von Sun so einige der anwesenden Twitterer - definitiv ist es eine gute-Laune-Religion! Der Finne hatte schon beim jüngsten Münchner Stadtlauf als Embedded Reporter von sich reden gemacht. Mehr zum Runnismus gibt es sicher bald im Netz, denn Arnö plant eine groß angelegte und überaus durchdachte Social Web Kampagne dazu ;-).

Einiges an Gezwitscher, worüber ich mich besonders gefreut habe (wiederum: der Fettdruck kommt von mir):

  • ProduktLeidwolf: Wer dem #b2run gehuldigt hat, sollte dem von @kajarno verkündeten @runnismus folgen! #followfriday
  • klauseck: laufen ist eine religion = folgt deshalb @Runnismus #guru #reputation
  • verspohlgrafix: @Zehra851: oha, runnismo verbreitet sich #Weltreligion . Hi ! Ja. Ich finde den Typen und seine Religion KLASSE ! :-) Grüße aus HH, Raimund
  • GreenAcid: Ich muss den @stgoldmann dringend in die Geheimnisse des #runnismus einweihen…. Hat jemand ein Video vom #twittwoch?
  • GreenAcid: Vortrag zur Religion des Laufens auf dem #twittwoch90. Sehr geil! http://post.ly/1TUw
  • SueWestCom: [..] Alle Bewegungsfreudigen bitte auch @Runnismus folgen. #ff
  • Angel_ita: @Clipflakes haha… ich glaub der Vortrag gestern hat jeden zum Fan gemacht. :-) #runnismus
  • verspohlgrafix: @kajarno: #runnismus bzw #runnism zu reden ::: Danke ::: Du warst klasse!!!
  • Clipflakes: bin jetzt Runnist und wünsche allen eine gute Nacht! @runnismus
  • 8mt: Der #runnismus von @kajarno macht Dich zum Evangelisten - und jünger. Ich bin jetzt auch ein Mitläufer.
  • denQuer: [..] #runnism war trotzdem sehr unterhaltsam ;)
  • Cirquent: Trete nach dem #twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei (#me2tweet via @cfaltin @ProduktLeidwolf)
  • verspohlgrafix: @kajarno mit super beitrag @ #twittwoch #münchen ::: @niederlassung ::: #runnismus oder #runismus ? ::: #follow empfehlung
  • ProduktLeidwolf: Trete nach dem #twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei (#me2tweet via @cfaltin)
  • kojote: what the Fuck ist #runnism Hätte zum #twittwoch gehen sollen
  • raoul64: RT @cfaltin: Trete nach dem gestrigen Twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei. Ich bin dabei :-)
  • cfaltin: Trete nach dem gestrigen Twittwoch in München der Weltreligion des #runnismus von @kajarno bei
  • Zehra851: [..] und der runnismus-vortrag war ja wohl großes kino
  • maennig: Knallerpräsentation von Kaj Arnö auf dem #twittwoch München, der gerade die Weltreligion des Runnismus gründet. http://www.runnism.com
  • Zehra851: über runnismus - die neue weltreligion. vortrag hört sich an wie ein poetryslam. was fürn spaß beim twittwoch. @deef, sind wir jetzt nerds?
  • Leopom: Es wird gerade eine nEue weltreligion #runnismus gegruendet beim #twittwoch #muenchen @your_humble_runner
  • roliri: ‘Mach kein Buch, mach erstmal Social Media.’ Schlaue Ratschläge auf dem #Twittwoch #Muc an Religionsgründer von runnismus.de #cool ;-)
  • flobby: sehr sympatisch… die 7 beine des #runnism spread the word :)
  • agreisle: neuer trend: laufen beim twittern #runnism #twittwoch
  • Mellcolm: @richard_anjou Wenn es #Runnism auch für Nichtsportler gibt, konvertiere ich stante pede. #Twittwoch
  • TheDesertrose: @agreisle Wenn ich laufe (jogge) und dabei twittere, betreibe ich dann #runnism ?

Also: Ein ganz großes Dankeschön an alle Runnismus-Befürworter!


Weltreligion? Wieso unbedingt Weltreligion? Und 20 Sprachen?

In einem Blogeintrag habe ich erklärt, wieso ich Laufen für eine Religion halte und wieso ich diese Religion mit sozialen Medien verbreiten möchte. Aber wieso denn unbedingt in die ganze Welt? Reicht es nicht vor meiner Haustür, entweder zu Hause in München oder in meinem Heimatland Finnland?

Der Grund hat mit meinem Interesse für andere Länder, Kulturen und Sprachen zu tun. Durch meine Arbeit habe ich besonders im Vorjahr viel gereist, als Botschafter für das Produkt meines ehemaligen Arbeitgebers. Als ich diese Aufgabe bekam, hatte ich mich dazu entschieden, während meinen Reisen die fünf ersten Minuten meiner Vorträge in (einer) der Landessprache(n) zu halten. Dies habe ich auch getan. Es fing mit Italienisch an; von allen Sprachen, die ich nicht spreche, spreche ich Italienisch am allerbesten. Danach kam Japanisch (schwedische Laute, finnische Staccato). Nachdem ich mich vor einem Publikum auf Chinesisch einigermaßen verständlich machen konnte, habe ich den Respekt vor der Schwierigkeit anderer Sprachen verloren; seitdem habe ich Russisch, Türkisch, Spanisch, Portugiesisch, Tschechisch, Estnisch, Lettisch und Litauisch zur Liste hinzugefügt. Den Respekt vor dem Wert anderer Sprachen ist dahingegen bei mir gewaltig gewachsen. Die Welt wird nicht dadurch besser, dass alle sich nur auf Englisch unterhalten.

Dass zusätzliche Sprachen auch Kosten mit sich bringen, ist klar. Ich kann also nicht alles auf allen Sprachen zur Verfügung stellen. Also werde ich hauptsächlich die Sprachen benutzen, die ich am besten kann bzw. in denen ich die meisten Kontakte habe. Da kommt an erster Stelle Schwedisch, meine Muttersprache und mein Verbindungsgelenk zur Familie, Freunden und Bekannten in Finnland (und Schweden). An zweiter Stelle kommt Deutsch, da ich seit drei Jahren in München lebe und eine deutsche Frau geheiratet habe (dies allerdings schon vor 17 Jahren). An dritter Stelle kommt Englisch, als Lingua franca für alle Freunde und Bekannte die weder Schwedisch noch Deutsch verstehen.

Aus Spaß an der Freude habe ich mir dann noch überlegt, wie der Runnismus in anderen Sprachen heißen soll. Hier habe ich mich auf die Sprachen Europas konzentriert, mit Chinesisch (蘭主义) und Japanisch (ラニズム) als fernöstliche Gewürze dazu. Ich kam auf eine Liste von zwanzig Sprachen, wo es zu einem oder anderen Tweet kommen kann. In der Übersetzung des Runnismus habe ich die Analogie zum Buddhismus gewählt. Beispielsweise heißt Runnismus auf Finnisch Runnilaisuus (weil Buddhalaisuus), auf Kroatisch Runizam (Budizam), auf Russisch Руннизм (Буддизм), auf Italienisch Runnismo (Buddhismo) und auf Litauisch Runizmas (Budizmas).

Also: Weltreligion, weil das Laufen allen gut tut und weil Laufen uns als Menschen über Landesgrenzen und Sprachen hinaus verbindet. Und zwanzig Sprachen, weil ich es als ein Zeichen von Respekt empfinde, die Sprache des Gegenübers zu benutzen.


Die Sieben Beine des Runnismus

Der Islam baut auf fünf Säulen. Im Buddhismus gibt es Vier Edle Wahrheiten und den Achtfachen Pfad. Im Judentum und Christentum wird das erwünschte Verhalten in den Zehn Geboten vorgeschrieben.

Der Runnismus hat Beine, und zwar sieben.

Die Sieben Beine des Runnismus bilden das Glaubensbekenntnis der Religion des Laufens.

Ein wahrer Runnist

  1. genießt das Leben in vollen Zügen
  2. schätzt langfristige Gesundheit
  3. sieht ein, dass Wohlbefinden Opfer verlangt
  4. kämpft nur gegen sein früheres Selbst
  5. verbessert sich allmählich, nicht ruckartig
  6. mag manchmal Schmerzen fühlen, leidet aber selten
  7. sieht das Laufen als Gabe, nicht als Pflicht

Der Runnismus betet das körperliche Wohlbefinden an.